Aachen - Konter im Hickhack um Jülicher Castoren

Konter im Hickhack um Jülicher Castoren

Von: Christian Rein
Letzte Aktualisierung:
castor
Die in Jülich gelagerten 152 Castorbehälter.

Aachen. Das Forschungszentrum Jülich (FZJ) geht davon aus, dass die 152 Castorbehälter mit radioaktivem Müll aus dem ehemaligen AVR-Forschungsreaktor in das Zwischenlager nach Ahaus transportiert und dort eingelagert werden.

Dies sei der Beschluss des FZJ-Aufsichtsrates vom 18. November 2008, an den das Forschungszentrum gebunden sei, sagte FZJ-Sprecherin Anne Rother am Freitag unserer Zeitung. Rother reagierte damit auf ein Gutachten, das der Münsteraner Professor Bernd Holznagel im Auftrag des NRW-Wirtschaftsministeriums erstellt hat. Demnach wäre die Genehmigung für einen Verbleib der Castorbehälter auch über das Jahr 2013 hinaus rechtlich möglich. Die rot-grüne nordrhein-westfälische Landesregierung hat sich gegen Castortransporte und für einen Verbleib des radioaktiven Mülls in Jülich ausgesprochen.

FZJ-Sprecherin Rother sagte dazu: „Der jetzt von der NRW-Landesregierung geforderte Verbleib der Brennelemente am Standort Jülich bedürfte einer erneuten Entscheidung des Aufsichtsrates des FZJ.” Für eine solche Entscheidung fehle jedoch die belastbare Grundlage. „Das von der Landesregierung in Auftrag gegebene Holznagel-Gutachten kann eine solche nicht liefern, da es sich nur abstrakt mit den denkbaren juristischen Möglichkeiten des Verbleibs auseinandersetzt.”

Das FZJ hat beim Bundesamt für Strahlenschutz den Transport der Castoren in das Zwischenlager Ahaus und deren dortige Lagerung beantragt. „Bei weiterem Fortgang des Genehmigungsverfahrens ist spätestens Ende 2011 mit der Erteilung der Transport- und der Einlagerungsgenehmigung zu rechnen”, sagte die FZJ-Sprecherin weiter. „Anschließend könnte sofort mit dem Transport begonnen und eine Einlagerung aller Brennelemente deutlich vor Ablauf der Frist am 30. Juni 2013 abgeschlossen werden.”

Die Erlaubnis für das Zwischenlager Jülich läuft am 30. Juni 2013 aus. Das Lager entspricht nicht mehr den Sicherheitsstandards. In den Castorbehältern befinden sich insgesamt 300.000 Kugeln mit hochradioaktivem Kern.
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