Kontakt halten: Pfarrer Dr. Peter Jöcken reist nach Nigeria

Von: ptj
Letzte Aktualisierung:
Pfarrer Jöcken mit den Nurser
Pfarrer Jöcken mit den Nursery-Kindern in der „Nursery-Primary-School in Umunumu. Foto: Jagodzinska

Kirchberg/Nigeria. „Kontakt halten, damit nicht so viel Persönliches verloren geht”, das liegt Pfarrer Dr. Peter Jöcken am Herzen. Er reiste zum dritten Mal zur „Father Prof. Pantaleon Iroegbu Foundation” nach Umunumu/Mbano in Nigeria.

Die 2007 eingetragene, gemeinnützige Stiftung leistet unter dem spirituellen Motto „All from God, in God, and for God” humanitäre und spirituelle Entwicklungshilfe und unterstützt den Bildungssektor.

Gründer ist der in Jülich als „Pater Pantaleon” bestens bekannte Geistliche und Wissenschaftler, der am 24. Februar 2006 verstarb. Der „Freundeskreis Nigeria” aus Pfarrer Jöckens Gemeinden zählt zu den Unterstützern dieser Stiftung. Er kümmert sich um die „Nursery Primary School” mit 80 Kindern, um das kleine „Community Health Centre” und unterhält 30 Patenschaften, „damit Kinder zur Schule gehen können”.

Wenn Jöcken einen runden Geburtstag oder ein Priesterjubiläum feiert, nimmt er das Fest zum Anlass, anstelle persönlicher Geschenke um Spenden für Afrika zu bitten. So entstand 2008 nach seinem 70. Wiegenfest die „Father Peter Foundation” zugunsten der dortigen Schülerförderung.

Mit Schulbedarf, großzügigen Spendengeldern und einem vom Jülicher Forschungszentrum gesponserten Mikroskop im Reisegepäck flog Jöcken in Begleitung des nigerianischen Priesters Michael Anozie aus Brachelen nach Nigeria, in der Businessklasse, versteht sich. „Ich wollte schon seit langem wieder nach Afrika, aber nicht alleine”, wie der Priester betonte.

In der Patengemeinde Umunumu wohnte er im Hause des dortigen Pastors, Father Donatus. Elektrizität gibt es dort nicht, ebenso wenig Leitungswasser. Das benötigte Wasser wird Regenwassertanks entnommen. „Wenn es abends um sieben Uhr dämmert, Sommer wie Winter, läuft bis etwa 20.30 Uhr der Generator, dann wirds dunkel,” und die Taschenlampe kommt zum Einsatz. Aber Jöcken kennt Armut und kommt gut damit zurecht. Auch fand er es wichtig, „erst mal so zu werden wie die anderen, jeden abzuholen, wo er steht”, nicht als deutscher Besserwisser aufzutreten.

Er besuchte Mutter und Bruder des verstorbenen Stiftungsgründers und natürlich die Schulkinder. Pantaleons Bruder, Rechtsanwalt Charles Oroegbu, kümmert sich um die rechtliche Seite der Stiftung. „Zehn Tage musste ich allein mit meinem Englisch auskommen”, betonte Jöcken. Was ihm allerdings so schwer nicht fiel, predigte er doch in seinen vier in Umunumu zelebrierten Heiligen Messen in Englisch. Sein nigerianischer Mitbruder übersetzte in Igbu. „Die Messen dauern drei bis vier Stunden, es werden bis zu fünf Kollekten gehalten”, klärte Jöcken über die Unterschiede zu deutschen Gottesdiensten auf.

In der Kirche Saint Charles, in der Pater Pantaleon sein silbernes Priesterjubiläum gefeiert hatte, ermutigte Jöcken die Gläubigen, dort, wo Gott sie hingestellt hat, mit ihren eigenen Möglichkeiten zu leben und zu arbeiten, und zwar in Gemeinschaft. Nicht gegen etwas oder jemanden, sondern für Werte wie Gerechtigkeit, Frieden, Schutz der Schöpfung, Freiheit, Gleichheit, Entwicklung, für Bildung.

Jöcken liegt der 2008 in der Foundation gebaute Brunnen sehr am Herzen. „Er läuft, aber hat lehmiges Wasser”. Es müsse eine Filteranlage her, sonst seien 20 000 Euro in den Sand gesetzt.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert