Rödingen - Kombinationen von Bild und Gestalt

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Kombinationen von Bild und Gestalt

Von: ptj
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Auffallendstes Werk der Ausstellung ist eine farbintensive Installation aus glasfaserverstärktem Polyester von Lothar Krüll (rechts). Nicht weniger sehenswert sind die Werke von Michel Saran (l.) und Dirk Gottfriedt (Mitte). Foto: Jagodzinska

Rödingen. Galeristin Brigitte Habig bewies bei der Kombination der Künstler, die ihre Werke in der aktuellen Sommerausstellung in der Galerie „Alte Weberei“ der Öffentlichkeit präsentieren, einmal mehr eine glückliche Hand. Michel Saran – der Erkelenzer fühlt sich trotz seines französischen Namens als „Preuße“ – erzählt mit seinen Bildern Geschichten.

Bildbestimmend sind dabei die Formate und die sich aus dem Zusammenspiel von Farbe und Raum entwickelnde Dynamik. Sarans Absicht ist, den Betrachter von der Augenscheinlichkeit in die Tiefe des Bildes zu locken und ihn so das Wesentliche erkennen zu lassen.

Der ausgestellte Bilderzyklus, fast ausnahmslos 2014 entstanden, hat etwa die Austrockung der Niers im linken Niederrheingebiet durch die Sümpfungsmaßnahmen von RWE-Power zum Thema. Impulsgebend waren die ausgetrockneten, stumpfen Steine im Flussverlauf. Zweites Thema sind Fenster als Objekte zur Darstellung der Ambivalenz „Außen – Innen“. Was könnte sich nachts dahinter abspielen, wie sieht es aus, wenn das Glas birst? Ein Überbleibsel aus Sarans „Monochromphase“ ist die farbliche Reflektion der Bildrückseite an die Wand.

Teilkreisform

Der Bildhauer Dirk Gottfriedt aus Waldfeucht meidet in seinen Arbeiten jegliche Form abbildender Illustration oder Symbolik. Die bildnerischen Elemente seiner Skupturen existieren aus sich selbst heraus. Gottfriedt hinterfragt Raum und Bewegung, Offenheit und Geschlossenheit, Stütze und Last. Aus den Materialien Eisen oder Edelstahl setzt er seine Überlegungen in physische Existenz um. Grundelement ist die geometrisch klare Teilkreisform.

Neben seinen bildhauerischen Arbeiten fertigt er Reliefs mit klaren Linien und „recht leiser Bewegung“, Gestaltungen mit Wasser und Skulpturen im öffentlichen Raum. „In den letzten zwei Jahren ist die Farbe wiedergekommen, die mir völlig andere Formen erlaubt. Rost spricht aus sich selbst, Farbe spricht eine andere Sprache“, erklärt er seinen plötzlichen Drang zur Farbe.

Das größte und auffallendste Werk der Ausstellung ist eine farbintensive Installation aus glasfaserverstärktem Polyester, verbunden mit vorgefertigten Rundstählen. Der Künstler Lothar Krüll aus Korschenbroich nennt sie „Schwarm“. Auch wenn das Werk als solches „assoziationsfrei“ sein soll, fühlt sich der Betrachter sogleich an Fischschwärme erinnert. Die Installation lebt von ihren Kontrasten: Hart und weich, strahlend und stumpf. Krüll ist ein ehemaliger Meisterschüler des britischen Bildhauers Anthony Cragg, der den Skulpturenpark Waldfrieden gründete und einrichtete.

Krülls künstlerische Arbeiten spiegeln seine Naturbeobachtungen wider. Aus der Inspiration entwickelt er, bevorzugt mit Kunststoffen wie Polyester, Glasfaser oder Laminaten, abstrakte künstlerische Formen. Diese verbindet er mit vorgefertigten Industrieformen wie Stahlträgern oder Flach- und Rundstählen. Es entstehen kontrastreiche Kunstwerke in Farbigkeit und Transparenz mit einer Ausstrahlung, die den Betrachter faszinieren kann.

Die Ausstellung ist noch an diesem Wochenende, 30./31. August, zu sehen.

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