Koalitionsfragen: Wer mit wem oder ohne festen Partner?

Von: ahw/ojo
Letzte Aktualisierung:
7794884.jpg
In die Arbeit gekniet hatten sich am Sonntag diese Wahlhelfer im Aldenhovener Rathaus. Foto: Wolters

Linnich/Aldenhoven. „Wir würden die Zusammenarbeit mit der FWG gerne fortsetzen“, sagte am Montag ein „überglücklicher“ Udo Wassenhoven von der Aldenhovener SPD, der die beiden Sitze zusätzlich im verkleinerten Gemeinderat als „riesigen Wählerauftrag“ wertet.

Einen Zugewinn für die FWG hätte sich der bisherige Fraktionsvorsitzende gewünscht, doch der bisherige Partner büßte Prozentpunkte und Mandate ein. Wassenhoven kündigte für die nähere Zukunft Sondierungsgespräche mit allen mit Ausnahme von Monika Müller an: Die war früher für die SPD und der Absplitterung UsA aktiv und führte diesmal die Bündnisgrünen in die Kommunalwahl. Die Aldenhovener SPD will den „Rückenwind“ durch die Wähler nutzen, auch das Bürgermeisteramt zu erobern. Über Namen werde erstmals heute auf der Vorstandssitzung gesprochen.

„Wir wären gerne stärkste Kraft geblieben“, macht Leo Neulen, Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbandes Aldenhoven, keinen Hehl , dass trotz leichter Gewinne um gut zwei Punkte der Verlust eines Mandates schmerzt. „Wir werden versuchen, Gespräche zu führen“, werde auch der Dialog mit den politischen Mitbewerbern gesucht, wobei Neulen die Linke bei dem Gesprächsangebot ausnimmt. Nächsten Montag soll die neue Fraktion erstmals tagen und Georg Krapp zum Fraktionsvorsitzenden wählen. Stellvertreter soll Ralf Claßen werden, der sich als CDU-Kandidat um das Bürgermeisteramt bewirbt.

„Wir sind offen für alles“, sagt Dieter Froning von der Freien Wählergemeinschaft Aldenhoven (FWG). „Wir harren der Anfragen, die da kommen.“ Die FWG selbst strebe„keine Koalitionen“ an.

In Linnich wird sich das Spiel der politschen Kräfte neu einpendeln müssen, obwohl es keine umwälzende Änderung der Sitzverteilung gab. Dafür zogen viele neue Akteure in den Rat ein – vor allem auf der CDU-Bank. Obwohl ein Ratsmandat verloren, ist Parteichef Torsten Chalak mit dem Wahlergebnis zufrieden – „nach der Vorgeschichte“. Dass in der Kernstadt nur zwei Direktmandate geholt wurden, müsse allerdings analysiert werden. Gestärkt, aber ohne Mandatszugewinn sind PKL – Hartmut Mandelartz: „Wir sind sehr zufrieden.“ – und die SPD. Parteichefin Marion Schunck-Zenker freut das gute Abschneiden nur bedingt, denn auch der SPD blieb ein weiterer Sitz im Rat verwehrt. Der wäre für eine Gestaltungsmehrheit wichtig gewesen. Diese Mehrheit muss nun gesucht werden. Stichwort Koalition. Dazu gibt es ein klares Nein von der PKL. Lektion gelernt, versichert Mandelartz. Das Thema Koalition ist auch bei der CDU noch offen. Diese Woche wird man sich parteiintern auch darüber unterhalten.

Auch die Grünen, so Cato Hilfert, warten ab, was sich ergibt. Mit nun drei Mandaten sind sie in jeder Konstellation ein willkommener Partner. Da wirken die beiden „Ein-Sitzer“ – die FDP und die Piraten – etwas verloren. Patrick Schunn sieht für die Liberalen erhöhten Arbeitsaufwand, müssen sie doch ihren Mann unterstützen. Da gilt umso mehr für Pirat Sascha Zuther. Er wird als Neuling erst einmal die Lage sondieren und sich einfinden müssen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert