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Klassischer Fall von Eigentor

Ein Kommentar von Volker Uerlings

Seit etwa fünf Jahren will der Landrat mit der Stadt Jülich gemeinsame Sache machen und in einem „Dienstleistungszentrum“ eine zentrale Anlaufstelle für fast alle Angelegenheiten von Amts wegen einrichten.

Wolfgang Spelthahn weiß, dass in Zeiten knapper Kassen ein teurer Alleingang des Kreises die Kritiker lautstark auf den Plan gerufen hätte, wenn die Kooperation mit Jülich günstiger wäre.

Doch seit etwa fünf Jahren lässt sich nicht erkennen, dass im Rathaus diese Vorstellung besonders wohlwollend unterstützt wurde. Es gab Machbarkeitsstudien und Diskussionen, aber von beherzter Suche nach einer Lösung konnte keine Rede sein.

Der Ratsbeschluss, alle Jülicher Einrichtungen in den beiden Rathäusern unterzubringen, wirft den Kreis nun praktisch vor die Tür. Damit hat der Landrat freie Bahn: Er kann tun, was er möchte oder muss, weil der Stadtrat die Tür zugeschmissen hat.

Spelthahns Idee, den Menschen im Nordkreis lange Wege zu ersparen, ist unangreifbar. Natürlich stellt sich die Frage nach der Finanzierung, aber das ist dem starken Mann im Kreis klar. Er wird alles dafür tun, dass „sein Projekt“ am Ende auch noch günstiger ist als alles vorher.

Auf ein solches Ergebnis steuert die Stadt nicht zu. Sie verliert 135.000 Euro an Mieteinnahmen pro Jahr und einen Partner, der bestimmte Kosten einer gemeinsamen Lösung hätte mittragen müssen. Vor diesem Hintergrund ist der Zentralisierungsbeschluss Jülichs ein klassisches Eigentor.

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