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Kirmesbrücke zum Brückenkopfpark ein großer Sanierungsfall

Von: Volker Uerlings
Letzte Aktualisierung:
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Spannt sich von Rurufer zu Rurufer und ist bevorzugter Weg vieler Menschen aus Jülich in den Park: die Kirmesbrücke. Bis auf Weiteres steht sie nicht zur Verfügung. Foto: Jonel

Jülich. Die „Kirmesbrücke“ ist eine weitaus größere Baustelle als gedacht. Das Spannbetonbauwerk, das von der Ellbachstraße aus über die Rur in den Brückenkopf-Park führt, ist seit dem Frühjahr 2013 gesperrt – und bleibt es auch.

Diese unerfreuliche Kunde vernahm am Donnerstagabend der Ausschuss für Planung, Umwelt, Bauen, dem Tiefbauamtsleiter und Brückenexperte Robert Helgers einen Bericht vorlegte. Fazit: Die Sanierung des Bauwerks kostet im besten Fall über 430.000 Euro und erfordert zum Teil aufwendige Untersuchungen.

Die Anfang der 1970er Jahre gebaute Brücke sollte anfangs nur neue Geländer bekommen, aber nach und nach zeigten sich größere Schäden. Im Verwaltungsbericht heißt es zur Einschätzung von Statik und Konstruktion nach Einschaltung von Experten: „Es wurde festgestellt, dass die Schäden wesentlich gravierender sind als vermutet. Daher sind umfangreiche Untersuchungen erforderlich, um auszuschließen, dass die Tragkonstruktion geschädigt ist.“

Die sogenannten „Spannköpfe“ müssen freigelegt und begutachtet werden. „Aufgrund des allgemeinen Zustandes des Bauwerkes und der Nässe in den Fugen“ könne nicht ausgeschlossen werden, dass eventuell mit Chlorid (Salzen) belastetes Wasser in den Beton eingedrungen ist und die für die Statik und Stabilität wichtigen Spannkammern und Spanndrähte angegriffen habe. Diese Stahlseile machen eben eine Spannbetonbrücke aus. Sie verlaufen unter dem Beton und sorgen dafür, dass sich der Überbau aus qualitativ hochwertigem Mörtel – laienhaft erklärt – bei Belastung nicht durchdrückt.

Bei der Sanierung muss die Brücke angehoben werden, um an die Lager heranzukommen. Anschließend werden in die Betonkörper Leerrohre eingetrieben, durch die später stark beanspruchbare Stahlseile eingezogen werden, wie Robert Helgers vor der Sitzung auf Anfrage erklärte. Das Projekt stellt die Stadt natürlich vor ein finanzielles Problem, denn bislang sind im Haushalt etwa 150.000 Euro vorgesehen, weil ursprünglich eine Sanierung in deutlich geringerem Umfang ausreichend schien. Nächste Woche beraten die Kommunalpolitiker den Nachtragshaushalt und auch über die Deckungslücke von rund 280.000 Euro allein bei der Brücke.

Die zeitliche Verzögerung ist vor allem für den Brückenkopf-Park schwierig. Die Kirmesbrücke ist bekanntlich der Nebeneingang in die Freizeiteinrichtung, die vor allem von Gästen aus Jülich und Dauerkarteninhabern gern genutzt wurde und bei Großveranstaltungen eine wichtige Funktion hatte.

Der Alternativweg führt nun direkt über die große Rurbrücke am ehemaligen Hesselmann-Grundstück und einer viel befahrenen Straße vorbei. Diese Route schätzen zum Beispiel Senioren oder auch Familien mit Kindern ganz und gar nicht. Das ist Park-Geschäftsführer Hans-Josef Bülles bewusst: Wer auf Rollatoren, Kinderwagen oder Rollstühle angewiesen sei, scheue die große Brücke. Er ist grundsätzlich alles anderes als begeistert, da die Park-Geschäftsführung auf eine Ertüchtigung des Bauwerks bis Ende April gehofft hatte.

Bülles: „Wir sind ernsthaft besorgt, dass viele Besucher aus der Stadt massiv dem Park fernbleiben.“ Er sei tief „erschüttert, wenn ich höre, was da alles passieren muss, nur um die Voruntersuchungen machen zu können“. Er hoffe für Stadt und Park, dass sich vielleicht doch noch eine kleinere Lösung zu geringeren Kosten nach den Prüfungen abzeichnet.

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