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Kirche nimmt Abschied von den Strukturen der 50er Jahre

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Pastor Stefan Bäuerle
Die Großgemeinde braucht nach Meinung von Pastor Stefan Bäuerle einen neuen Pfarrer für Aldenhoven. Foto: Zantis

Körrenzig. Mit einer Zusammenführung soll es nach einer Übergangszeit im Bistum Aachen eine groß angelegte Reform im Bestand der Pfarreien geben. Der auf das Jahr 2010 ausgerichtete Wandlungsprozess unter dem Begriff „Gemeinschaft der Gemeinden” wird dann auf Anordnung der Bistumsleitung in einer Verschmelzung der Pfarreien umgesetzt werden.

Noch wird nicht von Auflösung und Neugründung gesprochen. Eher sieht man alles als eine Zeit der Umstrukturierung und des Übergangs.

Ein gewisser Zugzwang

Auch im Nordkreis Düren soll es dann für die „Alt-Dekanate” Linnich und Aldenhoven mit den zugehörigen Pfarreien eine Zusammenlegung in einer Gemeinschaft geben. „Das alles kann man aber so nicht zusammen zwingen, es muss in einem längeren Prozess wachsen”, äußerte sich Pastor Stefan Bäuerle in einem Gespräch. „Wir stehen faktisch noch ganz am Anfang. Vieles findet bei weitem noch nicht die erwartete Gegenliebe.”

Trotzdem sieht der 48-jährige Priester einen „gewissen Zugzwang in der allgemeinen Situation der Kirche”. Dabei nennt er „Schuldenfalle und Priestermangel” als wesentliche Faktoren für die Reformierung. Konkret wird es nach Bäuerle vorerst keine Auflösung von Pfarreien und damit verbunden auch keine Zusammenlegung von Gremien geben.

Für ihn sollte es demnächst „lebendige Kontakte in der Großgemeinde geben mit neuen Wegen und einem neuen Gemeindeverständnis”. Von den 116 Pfarreien in der Region Düren sind es 19, die demnächst in der „GdG Linnich-Aldenhoven in seelsorglichen Teilbereichen miteinander kooperieren werden”.

Voraussetzung ist allerdings nach seiner Meinung, „dass es für die sechs Gemeinden im Bereich Aldenhoven in aller nächster Zeit einen neuen Pfarrer geben muss”. Für die Pfarreien im gesamten Verbund wünscht sich Stefan Bäuerle „dass zu einer kooperativen Seelsorgestruktur auch parallel eine Verwaltungsstruktur passt”. Das eigentliche Konzept der Seelsorge sollte in Zusammenarbeit abgestimmt werden, wo auch spezifische Feste einen Vorrang haben.

Gewachsene Strukturen

„Wir müssen uns der Mobilität der Leute anpassen”, so sieht der Körrenziger Pastor „den Prozess der Wandlung in der Kirche”. „Wir können nicht in den Strukturen der 50er Jahre verharren.” In der Mammutaufgabe einer Umgestaltung sind für ihn „auch harte Verhandlungen notwendig”.

„Das wird nicht ganz ohne Konfrontation abgehen. Vieles stößt in gewachsenen Strukturen und im geschichtlichen Erbe aufeinander. In sachlicher Argumentation, mit Respekt und Humor lässt sich aber im Miteinander immer eine Gemeinsamkeit finden. Wir müssen in der Situation des Umbruchs einen Raum schaffen, in dem die Menschen sich bewegen, einander begegnen und zueinander finden.”

Aus dem derzeitigen Prozess der Wandlung sieht Pastor Bäuerle allerdings „in langfristiger Perspektive” auch eine „fortschreitende Entwicklung”. Ganz ausschließen will er in weiterer Sicht auch nicht die Auflösung von Pfarreien und zwangsläufige Fusionen. Er macht aber deutlich, dass „keine Kirche geschlossen wird, so lange dort noch gebetet wird” und zitiert den Schriftsteller Ernst Jünger: „Nur die verlassenen Altäre sind von Dämonen bewohnt!”

Vom „kommenden Umkehrprozess” will Bäuerle nicht sprechen, „denn er ist schon da”. Zurzeit fühlt er sich in seiner Aufgabe eher als „Ansprechpartner” für die GdG Aldenhoven-Linnich. In weiterer Sicht der fortschreitenden Entwicklung bekundet er aber deutlich: „Pastor Bäuerle bleibt im Linnicher Verbund der 13 Pfarreien!” Deshalb ist ein neuer Pfarrer sowohl für den Gemeindebereich Aldenhoven wie auch „für den Raum der Gemeinschaft der Gemeinden zwingend notwendig”.
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