Jülich - Kinotechnik: Das Knistern ist weg, der Charme bleibt

Kinotechnik: Das Knistern ist weg, der Charme bleibt

Von: Daniela Martinak
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In diesem Kasten steckt ganz schön viel drin. Eine technische Anlage, wie bei den „großen“ Kinos sorgt für besseren Klang und bessere Sicht. Foto: Martinak
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Ganz Jülich freut sich über das neue digitale Kino im KuBa. Zahlreiche Sponsoren haben die Einrichtung finanziell unterstützt, um diesen Fortschritt zu ermöglichen. Foto: Martinak

Jülich. „Wir mussten uns der Zukunft der Medien stellen“, sagt Cornel Cremer, der Geschäftsführer des Jülicher Kulturbahnhofs. Etliche KuBa-Kino-Liebhaber besuchen regelmäßig die Vorstellungen und erfreuen sich insbesondere an deutschen und europäischen Filmen. Auch für die kleinen Gäste bleiben selten Wünsche offen. Und dennoch, eins wird den Stammgästen wohl künftig fehlen.

Das Knistern der Filmrolle, die bis vor Kurzem noch abgespielt wurde. Dazu gehörten auch immer Pausen, wenn der Film gewechselt werden musste.

Vorbei diese Zeiten! Denn, „Die Kino-Digitalisierung hat sich inzwischen radikal durchgesetzt. Die Film-Verleiher produzieren mittlerweile keine analogen Filmkopien mehr. Uns ist nichts anderes übrig geblieben, als mitzuziehen“, erklärt Cremer.

Deshalb wurde das Kino im KuBa jetzt mit einem 2D-Kino-Projektions-System ausgestattet. Also mit der heute gängigen Kino-Technik. „Damit ist aktuelles Kino für die Zukunft in Jülich gesichert“, verspricht der KuBa-Geschäftsführer. Dieses ehrgeizige Projekt, welches seit dem Frühjahr akribisch geplant, berechnet und vorgetragen wurde, konnte allerdings nur mit Hilfe zahlreicher Sponsoren umgesetzt werden. Immerhin kostet dieses neue System 60.000 Euro.

Die Sponsoren

„Die Digitalisierung wurde vom Ministerium für Bundesangelegenheiten Europa und Medien des Landes Nordrhein-Westfalen, der Europäischen Union, der Filmförderungsanstalt Berlin und des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert“, setzt Cremer an, und richtet sich dann an die zahlreichen Gäste, die zur Einweihung des neuen Gerätes gekommen waren: „Ohne die lokalen Unternehmen, die sich ebenfalls finanziell an diesem Projekt beteiligt haben, wäre diese Umsetzung allerdings überhaupt nicht möglich gewesen.“

Das Kino im KuBA wurde übrigens gerade im achten Jahr in Folge von der Film- und Medienstiftung NRW mit dem Kino-Programm-Preis ausgezeichnet. Mit diesem Preis werden Kinos geehrt, die dem deutschen und europäischen Film sowie Kinder- und Jugendfilmen im zurückliegenden Jahr einen besonderen Platz auf ihren Leinwänden eingeräumt haben. Insgesamt wurden 69 Kinos aus NRW ausgezeichnet, dabei ist das Kino im KuBA mit Abstand eines der kleinsten Häuser. „Auch das ist ein Grund, für uns weiter zu machen und uns zu modernisieren“, fügt Cremer hinzu.

Auch, wenn das Knistern fehlt, die Pausen bleiben! Denn das „ist hier Tradition und wird von den Stammgästen geschätzt“. Bei Aufführungen für Schulen und Kindergärten habe man aber jetzt die Option auf Pausen zu verzichten. Was auch bleibt ist eindeutig der Charme: Gerade einmal 130 Besucher finden in dem kleinen Saal Platz, aber für die wird es ab sofort noch schöner mit klarer Sicht auf den Leinwänden und deutlich besserem Sound. Der Wunsch Cremers, künftig früher die Filmkopien zu bekommen, geht vielleicht auch bald in Erfüllung.

Angehoben werden müssen allerdings die Preise, aber nur um 50 Cent auf 5,50 Euro. Schließlich steigt mit der neuen Technik auch der Strompreis.

Dafür muss der Vorführer jetzt lediglich ein Knöpfchen am Computer drücken, bevor es heißt: „Film ab“.

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