Kindertheaters Tandera: Antihelden, die doch ganz niedlich sind

Von: mavo
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Genau hingucken, richtig schauen im Alltag und im Theater – das möchte Gabriele Parnow-Kloth mit ihrem Figurenspiel vermitteln. Foto: Marzena Vomberg

Jülich. Einer Initiative des Kulturbüros der Stadt Jülich ist es zu verdanken, dass die Geschichte zweier ungleicher Freunde viele kleine Zuschauer an einem verregneten Tag in ihren Bann ziehen konnte. Das Projekt ‚Kindertheater des Monats‘ gehört zu einem Förderprogramm des Kultursekretariats Gütersloh.

Den Mitgliedsstädten, darunter auch Jülich, werden ausgewählte Kinderbühnenstücke empfohlen. Von dem für das Land NRW in diesem Jahr ausgesuchtem Kindertheaterspiel gab es am vergangenen Freitag gleich zwei Aufführungen im Kulturbahnhof. „Frösche sind keine Sympathieträger“, erklärte die Puppenspielerin Gabriele Parnow-Kloth ihre Heldenwahl für das präsentierte Kinderbühnenstück „Frieda und Frosch“.

Ähnlich den 13 weiteren Stücken im Repertoire des Tourneetheaters soll das Bühnenspiel zum „genauen Hingucken, richtigen Schauen“ anregen. „Das alltägliche Miteinander muss für Kinder nicht unbedingt nur auf der niedlichen Ebene vermittelt werden. Kröten und Frösche sind keine niedlichen, es sind aber interessante Tiere“, führt sie den Gedanken fort.

Figurentheater für Kinder

Das Tandera Theater um die Gründerin Dörte Kiehn, Bühnenspielerin Gabriele Parnow-Kloth und das bei besonderen Projekten eingebundene Team freier Mitarbeiter aus verschiedenen künstlerischen Bereichen wirkt seit mehr als 30 Jahren im gesamten Bundesgebiet. Einer alten Tradition des Wandertheaters gleich bietet es überall seine Gastspiele an, ohne ein Theaterhaus sein Eigen zu nennen. Seine Wurzeln liegen in Norddeutschland.

Warum ein Bühnenstück mit Figuren für Kinder? Gabriele Parnow-Kloth würde sagen, dass „man den Kindern im Theater viel mehr zutrauen kann als nur das Interesse am Draufhauen und Kloppen in einfach strukturierten Geschichten rund um Kasperle“. Ihrer Erfahrung nach können Kinder nicht nur über Belustigung sondern auch über Beobachtung Inhalte verinnerlichen. Komplexe Darbietungen lassen sich im Puppentheater gut erzählen. Dieses ist als Medium aufgrund seines Bildreichtums für Kinder gut geeignet. Mit Bildern erklärt man manchmal mehr als mit Worten.

Die Bühnenbilder in der Vorstellung von „Frieda und Frosch“ erklärten mit detailgetreuen Darstellungen der vier Jahreszeiten den Lebenszyklus der Natur. Die lustigen Abenteuer, die alltäglichen Schwierigkeiten und die charakterlichen Eigenarten der beiden Frösche – pardon, Frieda ist natürlich eine Kröte – animierten das sehr junge Publikum zum Mitmachen. Es gab viele beglückte Lacher, hilfreiche Zurufe und Momente schweigsamen Staunens entsprechend des Verlaufs der Bühnenaktion. Beide an diesem Tag angebotene Vorstellungen waren zur Zufriedenheit von Christoph Klemens, Leiter des Kulturbüros der Stadt Jülich, nahezu ausverkauft.

Am Ende gab es einen tosenden Applaus und womöglich auch die Überzeugung, dass Kröten und Frösche im Grunde doch niedliche Tiere sind. Vor allem, wenn sie Frieda und Fredy heißen.

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