Gereonsweiler - Kindergartens Gereonsweiler feiert 100 Jahre Bestehen

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Kindergartens Gereonsweiler feiert 100 Jahre Bestehen

Von: Kr.
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Die Mädchen und Jungen des Kindergartens hatten auch einen kleinen Tanz für die Jubiläumsmesse einstudiert. Foto: Kròl

Gereonsweiler. Kinder, wie die Zeit vergeht; aus ihnen werden ganz schnell Leute. Zunächst sind sie noch junge Erwachsenen, dann werden sie selbst Eltern, schon sind sie Großeltern und sogar Urgroßeltern. Von all jenen aber, für die am 15. Februar 1913 erstmals der Kindergarten in Gereonsweiler seine Pforten öffnete, ist heute niemand mehr dabei.

Vier Generationen haben ihre ersten Schritte ins Leben dort unternommen und hochgerechnet werden es rund 1200 Kinder gewesen sein, die diese Einrichtung besuchten. Eine bewegte Geschichte an wechselnden Standorten und wechselnden Leitungen in unterschiedlichen Trägerschaften liegt hinter dem Kindergarten St. Gereon, der unter anderem zwei Kriege überdauerte.

Drei barmherzige Schwestern

1913 kamen drei „barmherzige“ Schwestern der heiligen Elisabeth aus ihrem Essener Mutterhaus nach Gereonsweiler, um dort eine ambulante Krankenpflege und eine Verwahrschule einzurichten. In der Vikarie fanden sie die entsprechenden Räume und der damalige Pfarrer Johann Matthias Schmitz rührte persönlich die Werbetrommel für diesen Kindergarten. Schwester Silvana war Ansprechpartnerin für die Kinder, die mit ihnen spielte und bastelte.

Ohne Einschränkungen war das Haus offen für alle und zeitweillig galt es für eine einzige Kraft, bis zu 70 Kinder zu betreuen. 1925 verließ das Schwestern-Trio den Ort und ihre Arbeit wurde von den Pallotinerinnen fortgesetzt. Schwester Mauritia war fortan für die Kinder zuständig. Zu dieser Zeit befand sich die Verwahrschule in einem Saal, der zur Niederlassung der Schwestern gehörte.

Von dort zog sie ins alte Schulgebäude, das 1927 zum Altenheim umgebaut wurde. Platz fand der Kindergarten sodann im Erweiterungsbau des Klosters. 1933 musste der Kindergarten an die Nationalsozialistische Volksfront übergeben werden und 1942 wurde die Ordensschwester als Leiterin entlassen und eine weltliche Kraft eingesetzt. Im Herbst 1944 wurde die Einrichtung geschlossen und das Gebäude durch Bomben stark beschädigt.

Im Januar 1949 wurde der Kindergarten wiedereröffnet und die nächste große Veränderung vollzog sich im August 1998, als der Umzug in die neuen Räume direkt neben der Kirche anstand. Aus der ehemaligen Verwahrschule ist längst eine moderne Einrichtung geworden, die nach den im Kindergartengesetz verankerten Bildungsplan arbeitet und die sich die Förderung jeden einzelnen Kindes auf ihre Fahnen geschrieben hat.

In die Kindergartenarbeit mit eingebunden sind heute eng die Eltern und auch Großeltern sind gerne gesehene Gäste. Seit 1979 liegt die Leitung des Hauses in den bewährten Händen von Doris Bräuer, doch der Träger hat zwischenzeitlich gewechselt: Die katholische Pfarrgemeinde gab diese Aufgabe am 1. Januar 2010 an profinos ab, der katholischen Kindertagesstätten gGmbH.

Eine solch lange und bewegte Geschichte ist natürlich Grund genug, voller Stolz einmal inne zu halten und zurück zu blicken. Alle ehemaligen noch lebenden Kindergartenkinder, die heutigen und die früheren Erzieherinnen, Freunde, Eltern und natürlich die Kinder selbst waren zur 100-Jahr-Feier eingeladen, das mit einem Festkommers in der Bürgerhalle begangen wurde. Dort war auch eine kleine Ausstellung zusammengetragen worden und dort begrüßten Hartmut Mandelarzt und Mark Dremel im Namen des Festkomitees alle Gäste.

Lange Liste von Gratulanten

Als erste sprach Doris Bräuer. Ein Drittel der Zeitspanne, in dem der Kindergarten existiert, hat sie mitgestaltet. Zahllose Kinder kommen und gehen sehen, vieles erlebt und auch vieles erreicht. Ihr und ihrem Team, das auch die Anforderungen der heutigen Zeit angenommen hat, galt der besondere Dank. Die zahlreichen Gratulanten angefangen bei Pfarrer Konrad Barisch, der auch die Schirmherrschaft über das Fest übernommen hatte, profinos-Geschäftsführer Thomas Pick, Bürgermeister Wolfgang Witkopp und Ortsvorsteher Mark Dremel sowie Vertreter der Ortsvereine sprachen ihre Glückwünsche aus und lobten die Einrichtung sowie ihre Bedeutung für Gereonsweiler und Umgebung.

Dem Festakt war eine liebevoll gestaltete Jubiläums-Messe vorausgegangen, zu der auch Weihbischof Johannes Bündgens nach Gereonsweiler gekommen war. Er wandte sich in seiner Predigt direkt an die Kinder, fand für sie die richtigen Worte und verwies dabei auf den Pfarrpatron St. Gereon. Auf einem Altar im Kölner Dom steht der Soldatenheilige in seiner Ritterrüstung und wacht über das Jesuskind. „Kinder sind unser größter Schatz. Sie sind unsere Zukunft. Es ist unsere Pflicht, sie zu schützen und für sie da zu sein“, erklärte er. Er sprach von der Liebe, die die Frucht ist, die aus dem Glauben wächst. Sie brauche gute Wurzeln, damit ein starker Baum daraus werden kann.

Die Kinder hatten auch einen kleinen Tanz einstudiert und zum „Vater Unser“ holte Bischof Bündgens sie alle an den Altar, um mit ihnen gemeinsam das Gebet und den Friedensgruß zu sprechen. Zum Abschluss des Gottesdienstes fanden sich dann noch einmal rund 70 Sängerinnen und Sänger, so ungefähr aus jedem der letzten 70 Jahre einer, zum Chor der Generationen ein. Mit diesem offiziellen Festakt sind die Feierlichkeiten noch nicht abgeschlossen. Vom 22. bis 25. Mai sind rund um den Kindergarten zahlreiche Aktionen für die Kinder geplant, die von einem abschließenden Sommerfest für alle gekrönt werden.

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