Linnich - Kinder bauen Steinzeit-Hütte ohne einen einzigen Nagel

Kinder bauen Steinzeit-Hütte ohne einen einzigen Nagel

Von: pia
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In Ederen bauen Schulkinder in
In Ederen bauen Schulkinder in den Sommerferien ein Haus wie in der Steinzeit. Foto: pia

Linnich. Im Brüchelchen erhebt sich, umringt von Sonnenblumen und Erlen, das Gerüst eines Holzhauses. Es misst etwa drei mal fünf Meter, seine Pfosten und Querbalken sind mit Hanfstricken verbunden. „Wir versuchen alles, ohne moderne Hilfsmittel zu machen. Im Gerüst steckt zum Beispiel kein einziger Nagel”, sagt Richard Reuters, einer der Bauleiter des Hauses.

Im Rahmen des Ferienprogramms „Märchenhaftes Linnich” bietet die Ederener Runde nämlich ein ganz besonderes Projekt für Schulkinder an.

Zwei Wochen lang treffen sie sich von 10 bis 15 Uhr, um eine Hütte zu bauen, wie es vor 4000 bis 7500 Jahren verbreitet war. Nur bei den etwa 80 Zentimeter tiefen Löchern für die 25 Pfosten wurde ein Erdbohrer zu Hilfe genommen. Wie man so ein echtes Steinzeithaus baut, hat sich die Ederener Runde vor allem im Internet angeeignet.

„Im nächsten Arbeitsschritt machen wir jetzt die Verkleidung des Hauses”, sagt Heinz-Willi Spelthann, ebenfalls Bauleiter. Dazu werden Weidenstöcke wie bei einem Korb zwischen die Pfosten geflochten. „Und danach dürfen wir matschen”, ruft Sebastian.

Dann müssen die Kinder das Haus mit Lehm und Stroh isolieren. Sebastian hält eine kleine Axt in der Hand. „Die hab ich hier selbst gemacht aus einem Stock und Schieferplatten. Echtes Steinzeit-Werkzeug”, sagt er mit Kennermiene.

Dass Äxte in der Steinzeit viel effizienter gewesen seien als heute habe er in einem Dokumentarfilm gesehen. „Ich hab sogar sieben Werkszeuge, aber die hab ich zu Hause vergessen”, sagt Yannik. Während bei den Jungs eindeutig das Werkzeugbasteln ein Highlight der Woche war, haben die Mädchen lieber das Stroh vorbereitet und sich Stroh-Sofas gebaut.

„Und in der Pause haben wir Klatschspiele gespielt”, erzählt Lara. Kurz darauf bricht eine die Geschlechter spaltende Diskussion darüber aus, wer die meiste und die wichtigste Arbeit geleistet hat.

„Ansonsten sind die Kinder aber friedlich und arbeiten wirklich gut zusammen. Wenn zehn Kinder einen Holzstamm tragen wollen, hat der keine Chance”, lobt Spelthann. Seine Frau Margot ist vor allem froh darüber, dass erst drei Pflaster zum Einsatz kommen mussten. Da die Arbeit hungrig macht, sorgen sie und ihr „Küchen-Team” für das Essen.

„Der Metzger vor Ort spendet uns immer Mittagessen, und Mütter steuern dann noch Nachtisch, Obst oder Brezeln dazu bei.” Trotz der Mühen und der Arbeitskraft von etwa 35 Sechs- bis Zwölfjährigen wird das Steinzeithaus in den Ferien aber wohl nicht fertig werden.

„Wir wollen weder uns, noch die Kinder unter Druck setzen”, sagt Heinz-Willi Spelthann. Er kann sich aber gut vorstellen, dass Norbert Reitinger, Vorsitzender der Ederener Runde, das Projekt in den nächsten Ferien fortsetzen möchte.
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