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Keine Langeweile bei der „langen Bücherei-Nacht”

Von: spl
Letzte Aktualisierung:
Die „Lange Nacht der Biblioth
Die „Lange Nacht der Bibliotheken” in der Jülicher Stadtbücherei: Gespannt schauen die Zuschauer das Märchen „Der Fischer und seine Frau”.

Jülich. Ausleihen, Stöbern, Lesen, Recherchieren - all das ist am Freitagabend in der Stadtbücherei Jülich möglich gewesen. Deutschlandweit fand wieder die „lange Nacht der Bibliotheken” statt.

Auch die Stadtbücherei war dank tatkräftiger Unterstützung des Fördervereins der Stadtbücherei und der Sparkasse wieder mit von der Partie und hatte sich für die zahlreichen Gäste ein ganz besonderes Programm ausgedacht.

Der Abend begann mit einem wahrlich zauberhaften Schattenspiel. Frei nach dem Märchen der Gebrüder Grimm inszenierten die Künstlerin Lila Szot und Brigitte Claaßen das Märchen „Der Fischer und seine Frau”. Hinter einen kleinen Schattenwand waren aufwendig gestaltete Hintergründe zu sehen. Mit ihren ausdrucksstarken Stimmen machten die beiden Frauen die Lesung zu einem Ereignis für Jung und Alt.

Brigitte Claaßen sprach dabei gleich zwei Rollen. Mit schriller und leicht überdrehter Stimme mimte sie die Frau des Fischers, die - ganz nach dem Motto nimmersatt - immer mehr und mehr Wünsche an den sprechenden Fisch hat, den ihr Mann einst nach einem Fang wieder frei ließ. Doch auch als die Frau Königin ist, ist sie noch nicht zufrieden. „Es ist so furchtbar langweilig, langweilig, langweilig”, beschwert sich die ehemals arme Frau ständig. Als sie schließlich so werden will, wie der liebe Gott, bestraft sie der Fisch und gibt ihr das alte Leben in einem kleinen Fischerhäuschen zurück.

Die Rolle des Fisches übernahm Brigitte Claaßen ebenso überzeugend. Mit tiefer Stimme sprach sie auf den Fischer ein, gesprochen von Lila Szot, der dem Fisch stets beschämt die Wünsche seiner Frau überbringt.

Musikalisch begleitet wurde die Lesung vom Flötenensemble „Il Flauto Dolce”. Das Quartett, bestehend aus Agnes Brodeck, Susanne Lehmann, Gabi Pirug und Marlies Stechemesser, überzeugte die Zuschauer mit atmosphärischen Klängen, die auf das Märchen einstimmten.

So waren am Ende nicht nur die Kleinen, sondern auch die Eltern begeistert. Das bestätigte Agata Schirra, die mit ihrem Sohn und Ehemann zur „Langen Nacht der Bibliotheken” gekommen war. „Uns haben die Musik, die Figuren, die Kulissen und die Stimmen gefallen, also die ganze Kombination.”

Dass es unter den Kindern noch wahre Märchenexperten gibt, bewies Agata Schirras Sohn Adrian, dem gleich aufgefallen war, dass das Märchen ein wenig gekürzt wurde. Weniger gefallen hat es ihm deshalb natürlich nicht, aber als Kenner entging ihm diese künstlerische Freiheit nicht.

Reges Treiben und Spiele

Nach dem gelungenen Schattenspiel herrschte in der Bibliothek ein reges Treiben. Der Förderverein der Bibliothek hatte sich eine Menge ausgedacht. Zahlreiche Märchenbücher lagen zum Schmökern griffbereit.

Auch Spiele wie zum Beispiel ein Märchen-Memory und ein Märchenquiz gab es zu lösen. Da mussten die Besucher schon mal angestrengt nachdenken, wenn mit dem Hinweis „Kränkung führt zu autoritären Erziehungsmaßnahmen” nach König Drosselbart gesucht wurde. Für das leibliche Wohl war bestens gesorgt worden. Mit Kakao und Keksen war die richtige Stärkung nach einer Reise in die Märchenwelt gefunden.

2. Runde: „Amore! Amore”

In der nächsten Woche geht die Abendveranstaltung für die Stadtbücherei Jülich in die zweite Runde. Nach dem Motto „Amore! Amore” wird Reinhold Joppich vom Verlag Kiepenheuer und Witsch am Freitag, 18. November, Liebesgeschichten vorlesen. Die Sängerin Antonella Sellerio wird die Gäste mit Italienischen Liebesliedern verzaubern. Es erwarten die Besucher geistreiche Texte über Land und Leute von Italo Calvino, Dario Fo oder Alberto Moravia, eingerahmt von gefühlvollen Liedern.

Auch für einen Gaumenschmaus ist mit italienischen Speisen und Getränken gesorgt. Der Eintritt kostet 5 Euro.
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