Keine „Kopfprämien” von Krankenhäusern gefordert

Von: Volker Uerlings
Letzte Aktualisierung:

Jülich/Linnich. Das „prämierte” Einweisen von Patienten in Krankenhäuser scheint wohl eher ein Phänomen in großen Städten zu sein.

Das ist die Quintessenz von Stellungnahmen der kaufmännischen Leiter in den Häusern St. Josef Linnich und St. Elisabeth Jülich, die wir am Donnerstag um eine Reaktion auf die überregionale Berichterstattung „Ärzte in der Region verlangen auch Prämien” gebeten haben.

Der Direktor des Aachener Klinikums hatte derlei Begehrlichkeiten von niedergelassenen Ärzten bestätigt. Im Jülicher Land sei das nicht der Fall, stimmen Jann Habbinga (Linnich) und Renardo Schiffer (Jülich) überein. Ganz astrein sei allerdings nicht alles, weiß Schiffer.

Er ist durch den Trägerwechsel der Jülicher Einrichtung zur Caritas Trägergesellschaft West (ctw) als kommissarischer ctw-Leiter in der Herzogstadt tätig und weiter kaufmännischer Direktor im Krankenhaus Lendersdorf. „Einige niedergelassene Ärzte versuchen, Geld auf anderen Wegen zu bekommen. So hatten wir in Lendersdorf schon mal die ein oder andere Rechnung in der Post, in der vor- oder nachstationäre Leistungen abgerechnet wurden. Das ist nicht statthaft.”

Bevor Patienten in die Kliniken überwiesen werden - auch danach -, sind Untersuchungen fällig (Röntgenbilder, EKG, Blut-Untersuchungen), die das Budget der Ärzte belasten. Schiffer: „Man hat versucht zu berechnen, was im Zusammenhang mit der Krankenhaus-Einweisung steht. Wir haben in jedem Fall die Ärzte angeschrieben, unsere Entrüstung kundgetan und angedroht, dass wir im Wiederholungsfall die Kassenärztliche Vereinigung einschalten.” Die Forderung nach „Kopfprämien” sind Schiffer weder in Jülich noch in Lendersdorf untergekommen.

Der kaufmännische Chef des Linnicher Krankenhauses, Jan Habbinga, macht auf die „regionalen Unterschiede” aufmerksam: „Die Krankenhausdichte in unserem Bereich hat keine großen wirtschaftlichen Konsequenzen. Wir sind nicht unter Druck gesetzt worden.” Er kann sich vorstellen, „dass es in großen Städten Probleme gibt”. Das Linnicher Haus arbeite nur auf fachlicher Ebene mit niedergelassenen Ärzten zusammen. „Da geht es nicht ums Geld.”

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