Jülich - Kein Park: Stadt verzichtet auf 50.000-Euro-Geschenk

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Kein Park: Stadt verzichtet auf 50.000-Euro-Geschenk

Von: hfs.
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Baummarkierungen zeigen den geplanten Rundweg-Verlauf an. Weitere Arbeiten wurden auf dem alten evangelischen Friedhof eingestellt. Foto: hfs.

Jülich. Er gehört zur Geschichte der Stadt Jülich und bietet ein unwürdiges Bild des Zerfalls. Der entwidmete evangelische Friedhof an der Linnicher Straße. Das sagt und beklagt der Bürgerbeirat und wünscht sich, „dass der Friedhof vorzeigbar gemacht wird”. Der Wunsch wäre beinahe in Erfüllung gegangen.

Ein wohlhabender Jülicher Bürger war bereit, tief in die Tasche zu greifen. Die Vorbereitung waren getätigt, aus dem Friedhof einen Vorzeigepark zu machen. Doch das Projekt ist auf Eis gelegt, wochenlange Planungen waren vergeblich, die Unterlagen wandern in die Schublade.

Als der Bürgerbeirat Historische Festungsstadt Jülich zu Beginn des Jahres die Öffentlichkeit über den Zustand des ehemaligen evangelisichen Friedhofs „wachrüttelte”, herrschte Empörung. „Ob endwidmet oder nicht, jeder Friedhof ist ein Ort, an dem man die Ruhe der Toten dauerhaft wahren sollte”, forderte damals Dr. Thomas Kreßner, der 30 Jahre lang evangelischer Pfarrer in Jülich war. Dr. Peter Nieveler und auch Wolfgang Gunia als Sprecher des Bürgerbeirats wünschten sich, den Friedhof „vorzeigbar zu machen, nicht mit hohem Kostenaufwand zu erhalten”. So erstellte der Bauhof auf Wunsch des Bürgerausschusses eine Kostenaufstellung.

„Rund 50.000 Euro sollte es kosten, den alten Firedhof für die Öffentlichkeit ohne Gefahr begehbar zu machen”, erläuterte damals Markus Danz als Leiter des Jülicher Bauhofes. Kosten, die die Stadt angesichts der maroden Haushaltslage nicht übernehmen konnte.

Mit dieser Feststellung gab sich ein Jülicher Bürger nicht zufrieden. Er meldete sich beim Tiefbauamt beziehungsweise Bauhof und bot seine Hilfe an. „Er war bereit, alle Kosten, die durch Planung und Ausführung entstehen würden, aus eigener Tasche zu bezahlen. Die Stadt brauchte keinen Cent zu übernehmen”, sagt auf Anfrage Robert Helgers, Leiter des Jülicher Tiefbauamtes.

Die Pläne wurden konkretisiert, die nötigen Arbeiten eingeleitet. „Öffentlicher Park mit Alleencharakter” lautete der Arbeitstitel. Was untertrieben ist, denn zwei ineinandergreifende Rundwege samt Alleen und Ruhezonen sowie Bepflanzung sollten zum Verweilen einladen. Durch Entfernung der alten Mauer wurde ein freier Blick auf die imposante Zitadelle ermöglicht, zurück führte der Weg am Nebeneingang vorbei zum Eingangsportal, das von Experten dem Barock zugeordnet wird.

„Es wäre ein schöner innerstädtischer Park mit Verweilcharakter geworden”, sagt der Sponsor, der namentlich nicht in Erscheinung treten will und nun sein Geld behalten muss.

„Der Friedhof wird in das städtebauliche Gesamtkonzept in Verbindung mit der Stadthalle einbezogen. Die gesamte Grünfläche des Friedhofs wird sicher nicht überbaut. Die Parkidee wird auch nicht aufgegeben”, erklärte Beigeordneter Martin Schulz auf Anfrage unserer Zeitung, warum die Stadt auf geschenkte 50.000 Euro verzichtet. Denn für eine Mini-Lösung will der Mäzen kein Geld geben.
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