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Kein Einheitspreis im „neuen“ Hallenbad

Von: ojo
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Die Wasserspielutensilien aus der Zeit vor der Sanierung werden auch künftig den Badbetrieb attraktiv machen, denn eine Rutsche kann sich die Stadt nicht leisten. Foto: Jonel

Linnich. Das Bauliche bei der Sanierung des Linnicher Hallenbads geht nach Plan dem Endzustand entgegen. Immer stärker rückt daher der Aspekt in den Vordergrund, wie die „neue“ Schwimmstätte genutzt wird. In dieser Hinsicht liegen jetzt ebenfalls die Pflöcke bereit, die der Stadtrat einrammen soll. Das Betriebskonzept ist in mehr als nur groben Zügen skizziert. Vorgestellt wurde es in der jüngsten Sitzung des Kultur-, Sport- und Partnerschaftsausschusses.

Bernd Lohmann, Vorsitzender des Ausschusses, stellte die fast noch druckfrischen Eckpunkte der Planung vor, die die Prova-Unternehmensberatung aus Hamm erstellt hatte. Zu drei wesentlichen Bestandteilen des Betriebskonzeptes – Öffnungszeiten, Eintrittspreis und Konditionen der Anmietung durch Vereine – erbat Lohmann einen Empfehlungsbeschluss an den Stadtrat. Bei der Eintrittspreisregelung war die Sache für den Ausschuss schnell entschieden. Bei der Wahl zwischen einem gestaffelten Preis pro Tageskarte oder einem Einheitspreis folgte der Ausschuss der Prova-Vorschlag. Der sieht die Staffelung Erwachsene (3,50 Euro für die Tageskarte) und Kinder (2,50 Euro) vor. Ein Einheitspreis von 3 Euro wurde verworfen.

Bei den Öffnungszeiten des Bades geht Prova von einem ganzwöchigen Betrieb aus. Das Schul- und Vereinsschwimmen soll dabei auf Montag und Donnerstag konzentriert werden. An allen übrigen Tagen stünde das Bad der Öffentlichkeit zur Verfügung.

Abschied nehmen von Tiefpreisen müssen Vereine und Institutionen. Der Billigtarif von 28 Euro, zu dem das komplette Hallenbad beziehungsweise das Lehrschwimmbecken früher vermietet wurde, ist Vergangenheit. Nach dem Prova-Vorschlag sind künftig Teilvermietungen von Übungsbereichen möglich. Pro Übungsbereich sollen 15 Euro je Stunde, für das gesamte Bad soll künftig ein Mietpreis von 69 Euro je Stunde erhoben werden. Erwartet werden rund 31.000 Euro an Jahreseinnahmen aus dieser Vermietung.

Ein Alternativvorschlag wurde verworfen, Er hätte im Jahresvergleich 20.000 Euro weniger Einnahmen bedeutet. Ziel, so Lohmann, sollte sein, mit den Einnahmen die Personalkosten abzudecken. Er betonte, dass die 69 Euro Stundenmiete für das gesamte Bad immer noch stark subventioniert seien. Nach Branchenangaben lägen die tatsächlichen Kosten pro Betriebsstunde eines Bades bei rund 400 Euro.

Viel Personal wird im Hallenbad nicht beschäftigt sein. „Wir gehen davon aus, dass wir den Gesamtbetrieb des Bades mit zwei Fachkräften leisten können“, sagte Lohmann. Für den öffentlichen Badebetrieb reiche eine Kraft – allerdings unter der Maßgabe der Vormittagsöffnung an den Wochenenden. Darüber hatte sich im Ausschuss eine konträre Diskussion entwickelt. Gegen eine Verlagerung des Badebetriebs in die Nachmittagsstunden am Wochenende sprach die Wirtschaftlichkeit. Lohmann: „Sobald wir etwas an den Öffnungszeiten ändern, brauchen wir eine dritte Fachkraft.“

Leise Bedenken an der Preisgestaltung meldete Peter Leufen (CDU) an. Der Eintrittspreis in Linnich läge „höher als im attraktiveren Bad in Hückelhoven, wo eine Rutsche ist“. Man müsste daher in Linnich einiges mehr bieten. Der Vorschlag, eine Familienkarte einzuführen, fiel auf fruchtbaren Boden. „Der Invest für eine Rutsche liegt in einer Größenordnung, die wir uns nicht leisten können“, schob Lohmann dem Gedanken einen Riegel vor. Allerdings befinden sich im Altbestand des Hallenbades noch etliche attraktive Spielgeräte, auf die man zurückgreifen könne.

Im ersten Jahr geht die Wirtschaftlichkeitsberechnung von rund 12 000 Besuchern aus, danach von 14.000 Besuchern pro Jahr.

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