Jülich - Kein Alaaf: Empfang an Altweiber abgesagt

Kein Alaaf: Empfang an Altweiber abgesagt

Von: hfs.
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Das Absageplakat an den Sparkassentüren in Jülich sorgt bei vielen Kunden nicht nur für Erstaunen. Foto: hfs.
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Vor zwei Jahren war der närrische Empfang in der Sparkasse noch pures Vergnügen ohne einschnürende Auflagen. Foto: Dolfus

Jülich. Die Session 2012/2013 hat noch nicht ihren Höhepunkt erreicht, da haben jetzt schon eingefleischte Karnevalisten einen Kater. Nicht wegen zu hohen Alkoholkonsums, sondern wegen eines abgesagten Termins, der eigentlich für alle hiesigen Vereine und Gruppierungen der Einstieg in die tollen Tage ist, nämlich der Empfang in der Sparkasse am Altweibermorgen in der Schalterhalle am Jülicher Schwanenteich. Der Empfang in diesem Jahr fällt aus.

„Es tut uns und mir auch besonders Leid. Aber die Auflagen, die uns durch das Bauordnungsamt der Stadt Jülich gemacht wurden, waren in der Kürze der Zeit einfach nicht zu erfüllen“, bedauerte der designierte Vorstandschef der Sparkasse, Uwe Willner, am Rande der Karnevalssitzung der Jülicher Rurblümchen. Da hatten schon entsprechende Hinweisplakate an den Türen der Sparkasse für Erstaunen und auch Kopfschütteln gesorgt. „Der Karnevalsempfang muss in diesem Jahr leider ausfallen. In diesem Jahr führen strengere Sicherheitsauflagen dazu, dass unser traditionsreicher Empfang leider nicht stattfinden kann“, bedauert der Vorstand, fügt hinzu, dass es „uns viele Jahre lang große Freude bereitet hat, mit Ihnen am Karnevalsdonnerstag zu feiern“.

Die zwangsweise notwendige Absage traf die Organisatoren mittendrin in den Vorbereitungen. Der Antrag auf Genehmigung lag im Jülicher Rathaus vor, wie zu erfahren war. Doch dem wurde nicht stattgegeben. „Für den Kassenraum gibt es als Veranstaltungsstätte keine Baugenehmigung“, bestätigte Amtsleiter Reiner Eschweiler die Nichterteilung, die mit dem Brandschutzbeauftragten des Kreises Düren abgestimmt wurde. So müssen mit Blick auf die Versammlungsstätten-Verordnung zum Beispiel breitere Rettungstüren vorhanden sein. Zudem muss die Lüftungsanlage so ausgelegt werden, dass die Ab- und Zuluft für hunderte Besucher ausgelegt ist. Zudem muss eine Notbeleuchtung angebracht sein. „Dies können alles Gründe sein, warum man eine solche Veranstaltung nicht genehmigen darf“, sagt Eschweiler.

Angesprochen auf die eigene Veranstaltung im Rathaus – dort findet an Altweiber ebenfalls ein Empfang statt – ließ der Amtsleiter wissen, dass man sich im Vorjahr eine Baugenehmigung für das Foyer als Veranstaltungsort erteilt habe. Dafür seien alle Auflagen hinsichtlich der Brandschutzverordnung erfüllt worden. Zum Beispiel durch eine Begrenzung der Besucherzahl mittels eines Security-Dienstes, durch die Installierung einer Rettungsweg-Sicherung sowie die Anwesenheit eines Verantwortlichen für Veranstaltungen.

Über solche Auflagen brauchen sich die Verantwortlichen der Jülicher Karnevalsgesellschaft Rursternchen zurzeit keine Gedanken zu machen. Sie sagten die diesjährige Karnevalssitzung ab. „Es ist einfach kein Geld da“, so Präsident und Literat Peter Lontzen. Grund für die Misere in der Kasse seien unter anderem die beiden letzten schlecht besuchten Sitzungen gewesen, zudem die beiden Besuchs-Pleiten bei der „Kölschen Nacht“.

„Außerdem haben wir noch Altschulden von unserem alten Vorstand übernehmen müssen“, kam der Hinweis auf die „Palastrevolution im April/Mai 2009, als der damalige amtierende Vorstand fast komplett abgewählt wurde. So besuchen die Rursternchen denn in dieser Session andere Veranstaltungen, organisieren selbst nur am 1. Februar ab 19 Uhr einen Biwak, und sind schon dabei, die Jubiläumssitzung 6 x 11 Jahre Rurblümchen am 9. Februar 2014 zu organisieren. Ob diese dann in der Stadthalle stattfinden kann, hinter dieser Frage steht ein großes Fragezeichen. Denn auch hier lässt der Amtsschimmel, die Brandschutzverordnung, schon grüßen. Wie in der Sparkasse, wo ein Empfang in 2014 fraglich bleibt.

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