Jülich - Kämpfe, Rum und Feuer: Piraten-Abenteuer am Brückenkopf

Kämpfe, Rum und Feuer: Piraten-Abenteuer am Brückenkopf

Von: ptj
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Professionelle Fecht- und Stuntshow „Carmen – maledictus“: In Tango-tänzerischer Perfektion kämpfen zwei Männer um eine Frau. Foto: Jagodzinska
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Eine fulminante Feuershow bot die „Söldnerschaft Societas Draconis“. Foto: Jagodzinska

Jülich. Seemannsgarn, Piratenlieder, actiongeladene Fecht-, Stunt- und Feuershows, Kirschwein und Rum prägten wundervolle drei Tag lang das Geschehen im Jülicher Brückenkopf-Park. „Pirates – eine abenteuerliche Zeitreise“ ließ (fast) keine Wünsche offen – bis auf die Wetterlage.

Zwei Piratenschiffe, umgewandelt in Spelunken, wurden stets von einer großen Schar trinkender Seeräuber und ihrer Frauen umlagert. Wenige Programmpunkte gab es nur ein einziges Mal. Neben der szenischen Lesung der „Bühne 80“ (wir berichteten) luden blutrünstige Piraten und raubeinige Seeleute am Freitagabend in einem rund dreistündigen Spektakel zum fünfgängigen Themendinner mit exotischen Speisen ins Glashaus. Zu Kesselsuppe, Fischplatte, Flammlachs, Spießbraten und Südfruchtnestern waren die Gäste des „Captain‘s Dinner Adventure“ im voll besetzten Glashaus eingebettet in den eigens für diesen Anlass geschriebenen Theaterplot mit professionellen Schauspielern.

Der Captain, ein romantisch verklärter Revolutionär, stritt mit seinem Steuermann Bones, der mit der Beute seinen Lebensabend genießen wollte. Die Grundsatzfragen der Piraterei führten schließlich dazu, dass Bones den Captain hinterging. Natürlich wurde schlussendlich der Galgen aufgebaut. Eine Fülle von Programmpunkten sorgte für Abwechslung. Während Captain Sievers in den Kasematten der Südbastion sein Seemannsgarn mit reichlich „Piratengrusel“ spann, hatte Till Takelage auf dem „Marktplatz Port Royals“ vor dem Glashaus eher aberwitzige Geschichten im Gepäck.

Kampf um eine Frau

Als in der Nordbastion zwei Männer in der professionellen Fecht- und Stuntshow „Carmen – maledictus“ in Tango-tänzerischer Perfektion um eine Frau kämpften, präsentierte die Fechtgruppe „Romantika“ in der Südbastion „Der Traum eines Piraten“. Des Weiteren gab es eine akrobatisch/ komödiantisch vorgetragene Jonglageshow um das Hissen einer Flagge oder eine interaktive Show um einen sagenhaften Schatz im „Kampf gegen die Franzosen“. Zwischen den Shows donnerten Kanonen und dampfte das Pulver in den großen Lagern, wo etwa „Schlimme Schurken“, Kölner und Sindorfer Piraten, aber auch die Reenactment-Profis „Flint Buccaneers“ ihre Zelte aufgeschlagen hatten. Letztere zeichnen für Ausstattung und Produktion des eindrucksvollen und viel beklatschten Open-Air-Theaterstücks „Das Wasser des Alchemisten“ verantwortlich (wir berichteten).

Viele erstklassige Live-Bands wie etwa die deutsche Folkband „Vroudenspil“ oder die Mittelalter-Rockband „Elmsfeuer“ brachten Stimmung auf die Hauptbühne unter der Konzertmuschel, sangen aber auch nach Lust und Laune in gemütlicher Runde. So trug etwa die „Pressgëng“ beim abendlichen Bier in der Südbastion das Lied „Traumfrau in Schwarz“ vor.

Auf dem Piratenmarkt wurde vor allem jegliche Art von Kleidung, Lederwaren, Schmuck und Waffenimitationen feil geboten. Stockbrot und etliche Gerichte mit und ohne Fleisch gaben den Mägen die richtige Grundlage für einen weiteren Krug Bier, Wein oder Rum. Aktivitäten jeglicher Art für Groß und Klein ließen keine Langeweile aufkommen.

Mutprobe für Kinder

Bei der „Kaperfahrt“ galt es etwa, eine Leiter aus Seilen zu erklimmen. In einer Mutprobe für Kinder war gefordert, aus einer Dose mit lebenden Mehlwürmern acht Goldmünzen zu fischen. Ziel eines weiteren Spiels war es, seinen Gegner mit einem Sandsack von einem Balkengestell zu schlagen.

Einer der Höhepunkte war die große Feuershow der „Söldnerschaft Societas Draconis“. Zu stark rhythmischer Musik tanzten Frauen und Männer in brennenden Hula-Hoop-Reifen, spuckten Feuer, jonglierten Feuerfächer, brennende Seile oder Stäbe mit brennenden Kugeln in wunderschönen Choreografien mit etlichen Special Effects. Durch Zentrifugalkraft erzeugte große Feuermengen beleuchteten den Jülicher Nachthimmel.

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