Kabarett-Senkrechtstarter Sträter begeistert mit trockenem Humor

Von: Kr.
Letzte Aktualisierung:
8949366.jpg
Torsten Sträter begeisterte sein Publikum im voll besetzten Kulturbahnhof. Foto: Kròl

Jülich. Er ist eigentlich gelernter Herrenschneider, arbeitete lange Jahre in einer Spedition und zählt heute zu den gefragtesten Kabarettisten, Autoren und Slam Poeten Deutschlands. Über letzteres ist Torsten Sträter letzendlich auch das geworden, was er heute ist, ein ausgezeichneter Comedian, der nicht nur die Säle füllt, sondern sein Publikum auch bestens zu unterhalten weiß.

So war es auch im Jülicher Kulturbahnhof, wo Sträter ein volles Haus vorfand, das er sehr schnell auf seine Seite zog. Als Vorleser ist er meist unterwegs, redet und schreibt nur über Dinge, von denen er auch etwas versteht. Und das sind viele, beispielsweise Frauenfußball, Beziehungskisten, Hunde, Diäten, öffentlichen Verkehrsmitteln und natürlich das Leben als Single. „Ich kann so Gespräche mit Frauen einfach nicht führen“, gestand er. Er berichtete auch von seinen Auftritten, darunter von seinem wohl schlimmsten in einer schwäbischen Kleinstadt vor ausgewähltem Ü 80-Publikum.

Sehr beliebt bei ihm sind auch stets die Auftritte in der Schweiz. Von ihnen gab es eine Menge zu erzählen. „Der Schweizer an sich, lacht so nach innen“, meinte er, was für einen Comedian seiner Klasse sicherlich nicht einfach zu bewältigen ist. Mit dem Jülicher Publikum aber schien er sehr zufrieden. „Macht mal Licht, was für Menschen sind hier überhaupt“, forderte er und hatte sich den zwölfjährigen Ben und eine Dame ausgeguckt, denen er sich zwischenzeitlich immer wieder widmete. „Das ist das Risiko der ersten Reihe“, warnte er.

Wohlgefühl in der ersten Reihe

Und so ging es ungebremst weiter. Die Themen liegen für Torsten Sträter auf der Straße, der Alltag und der Durchschnittsmensch liefern ihm seinen Stoff. Spontan reagiert er auf das, was im Publikum passiert und hat damit die Lacher schnell auf seiner Seite. Und trotzdem, selbst die in der ersten Reihe fühlen sich bei ihm wohl. Er bezieht die Menschen mit ein, ohne jedoch, wie so manch anderer Comedian, verletzend zu werden.

In Jülich dauerte es gut 45 Minuten bis zu seiner ersten Geschichte, zu schnell war zuvor die Zeit mit lockeren Sprüchen und witzigen Wortspielen verstrichen. Gerne dachte er auch dabei an seine früheste Jugend im schönen Dortmund. „Wir hatten ja nichts, nicht mal Süßigkeiten“, erinnerte er sich. Dabei taucht die seltsamsten Gedanken zu Erfrischungsstäbchen, Tritop oder Leckmuscheln vor seinem inneren Auge auf – alles Dinge, die der zwölfjährige Ben kaum noch kannte.

Nach dem Genuss solcher Leckereien ist der Bogen zu einer Diät schnell geschlagen und auch daran ließ er seine Zuhörer teilhaben. Nach der Pause ging es ungebremst weiter, denn auch im zweiten Teil war der Titel seiner Bühnenshow namens „Watt zum Lachen“ Programm.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert