Jusos entfernen rechte Parolen in Jülich

Von: brit
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Marco Mario Emunds (SPD Jülich) (2.v.r.) und David Merz (Jusos Jülich) (ganz rechts) begutachten die Fortschritte an der Mauer des Pfadfinderheims. Foto: B. Sylvester

Jülich. Seit Wochen schon verunzieren „rechte“ Schmierereien zahlreiche Mauern und Gebäude im ganzen Stadtgebiet – höchste Zeit also, etwas zu unternehmen, beschlossen David Merz und seine Mitstreiter von den Jusos.

Am Samstagvormittag trafen sich eine Handvoll Jülicher und Linnicher Jungsozialisten, unterstützt von einigen Pfadfindern, Eltern und engagierten Jugendlichen, um den gesprühten Parolen zu Leibe zu rücken. Mit Eimern, Schwamm, Reinigungsspray und Farbe bewaffnet traf sich der Putztrupp am Karl-Knipprath-Stadion.

„Die Grundintention ist es, ein Zeichen gegen rechts zu setzen“, erklärt Merz die Motivation hinter der Aktion. Der Jungpolitiker freut sich gleichzeitig über die Unterstützung der Pfadfinder, die spontan ihre Hilfe versprachen, denn auch die Wände ihres Heims gleich neben dem Stadion sind das Ziel der Sprayer mit rechter Gesinnung geworden.

Aus den Reihen der Pfadfinder war zu hören war, dass auf zahlreiche E-mails an das Ordnungsamt der Stadt Jülich bisher keine ähnliche Reinigungsaktion gestartet worden ist. Die Jusos haben noch nichts von den Stadtwerken gehört, die sie kontaktiert haben. Merz am Samstag: „Bis heute morgen hatte ich jedenfalls noch keine positive Antwort auf meine Mail. Das ist ein bisschen schade, weil doch deren Flächen am stärksten betroffen sind.“

Weil sie sich nicht mit den überall verbreiteten Schriftzügen und Symbolen in Jülich abfinden wollten, sind die Jusos nun also selbst aktiv geworden.

Am Stadion selbst, dem Pfadfinderheim und im Eingangsbereich des Tennisvereins Rot-Weiß haben die Jugendlichen die Wände geschrubbt, mit Fleckenspray bearbeitet und anschließend übermalt. Am Rande wurde diskutiert, was die Schmierfinken motiviert haben könnte. Die Mutmaßungen reichten von „aus Überzeugung“ bis hin zu „aus Langeweile“ – einig waren sich aber alle Beteiligten in einem Punkt: Dieser Dreck muss wieder weg und wenn man eben selbst zu Wasser und Schrubber greifen muss.

Nun hoffen alle Beteiligten, dass andere ihrem Beispiel folgen werden und die Neonazi-Sprühereien aus dem Jülicher Stadtbild wieder verschwinden werden.

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