Jungfernfahrt im Simulator mit Überschlag

Von: ptj
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Spannend ist auch der Alkoholsimulator vom „Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr“, der ebenfalls an der FH ausprobiert werden durfte. Foto: Jagodzinska

Jülich. Eine „echt coole Aktion“ wurde auf dem Campus der Fachhochschule in Jülich angeboten: Die Verkehrswacht Jülich, die Kreispolizei Düren, die Dekra-Niederlassung Aachen und der „Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr“ kooperierten in dem vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastuktur geförderten Zielgruppenprogramm „Aktion junge Fahrer“.

Hier sorgten spektakuläre Hilfsmittel für einen erlebnisorientierten Lernprozess. Als größte Attraktion erwies sich der rund 13 000 Euro teure Überschlagsimulator der Dekra Aachen, für dessen „Jungfernfahrt“ sich sogleich zwei Studierende fanden: Marcel Merfeld (23) und Michel Matthaes (29). Vorschriftsmäßig gesichert, drehten sich die Akteure im Simulator zunächst links herum und blieben kopfüber stehen, bevor sie in einer weiteren Runde mehr Fahrt aufnahmen.

Die Wirbelsäule schonen

Daneben galt es, auf Kommando von Polizeihauptkommissar Ralf Broichgans, sich aus dem vermeintlich überschlagenen Pkw zu befreien. Zur Schonung der Wirbelsäule ist es zunächst wichtig „das eigene Körpergewicht gegen das Dach zu stemmen und sich kontrolliert absinken zu lassen“. Beim Ausstieg gilt es, „,sich abzustützen, die Beine aufzustützen und auf die Knie“. Dabei wird der Gurt erst gelöst, „wenn man sicher ist, das eigene Körpergewicht kontrollieren zu können“. Weil beim Fahrer „das Lenkrad im Weg ist“, empfiehlt es sich, den Beifahrer zuerst aussteigen zu lassen. Natürlich sollten Absprachen getroffen und aufkommende Panik vermieden werden.

Obwohl ihnen zunächst merklich das Blut in den Kopf stieg, wechselten Merfeld und Matthaes in einem weiteren Erlebnisüberschlag zunächst die Fahrer- und Beifahrersituation. Dann entschlossen sie sich, in einem dritten Durchgang aus einem vermeintlich in Seitenlage befindlichen Auto auszusteigen. Hier ergaben sich andere Festpunkte wie Mittelkonsole oder Rückenlehne zum Abstützen. „Die Lehnen wie eine Leiter benutzen“ riet Broichgans.

Spannend war zudem der neue Alkohol-Simulator vom „Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr“. Die Vereinigung war bereits am Vortag aus Wiesbaden angereist. Mit Hilfe zweier Fahrsimulationsmonitore innerhalb und außerhalb des mobilen Fahrzeugs sind per Menumaske diverse Parameter einstellbar – etwa die Art der zu befahrenden Straße, Geschwindigkeit, Lichtsituation, Wetter oder die Höhe des Promillewerts.

Reaktionszeit verlangsamt

Wie in einem Computerspiel fährt die im Fahrzeug befindliche Testperson durch diverse realistische Verkehrssituationen, die sich in Abhängigkeit vom Benutzerverhalten in Echtzeit verändern. „Lenkung und Bremse reagieren zeitverzögert bei Einsetzen der Promille-Simulation“, erläuterten die Moderatoren Erich Fleischmann und Werner Müller unter anderem. So kann der Fahrer sich einen Eindruck von verlangsamten Reaktionszeiten oder der Einengung des Sichtfeldes (Tunnelblick) unter Alkohleinfluss machen, ohne sich wirklich einer gefährlichen Situation ausgesetzt zu haben.

Weitere Testmöglichkeiten bestanden bei Seh- und Reaktionstests und der „Rauschbrillen-Parcours“ der Verkehrswacht Jülich. Wer mit der Rauschbrille auf der Nase dem aufgeklebten Parcours mit seinen Anforderungen wie Kurven- oder Rückwärtsgehen folgte, erlebte ebenso eindrucksvoll den Zustand der Beeinträchtigung durch Alkohol wie eingeschränkte Rundumsicht, Doppelsehen, Fehleinschätzungen von Nähe und Distanz oder Verwirrung.

Infostände der Kreispolizei und der Verkehrswacht zum Sicherheitstraining mit Automobil oder Motorrad rundeten das Angebot ab. Im Rahmen ihrer Werbung für Fahrsicherheit rührte Hartmut Dreßen, Vorsitzender der Jülicher Verkehrswacht, die Werbetrommel für einen Aktionstag im September.

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