Jugendparlament setzt ein Zeichen gegen Rechts

Von: Daniela Martinak
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Die Mitglieder des Jugenparlaments in Jülich sprechen sich gegen Rechts aus. Mit der Fotoausstellung im Rathaus wollen sie zeigen, dass alle Menschen gleich sind. Foto: Martinak
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Gina und Aferdita sind schon seit Jahren befreundet – trotz unterschiedlicher Kulturen. Foto: Martinak

Jülich. Egal, ob schwarz, weiß, dick oder dünn, alt oder jung, groß oder klein – alle Menschen sind gleich. Dabei spielen weder Geschlecht noch Abstammung eine Rolle. Das sehen auch die Mitglieder des Jugendparlaments in Jülich (JuPaJü) so.

„Ich schaue auf das Innere in einem Menschen und nicht darauf, welche Hautfarbe er hat. Das ist nicht von Bedeutung, wenn es um Freundschaft oder Liebe geht“, bringt Desirée Sybertz es auf den Punkt.

Auch sie ist Mitglied des Jugendparlament und hat mit den anderen Teilnehmern und Teilnehmerinnen im vergangenen halben Jahr das Thema Rechtsradikalismus und Ausländerfeindlichkeit in den regelmäßigen Sitzungen behandelt. Unterstützend zur Seite stand die städtische Betreuerin des JuPaJü, Martina Gödde.

Die Idee, eine Fotoausstellung zu veranstalten kam nicht nur bei den Mitgliedern, sondern auch bei der Stadt super an. Bürgermeister Heinrich Stommel: „Das Jugendparlament hat wieder einmal unter Beweis gestellt, dass die Jugendlichen von heute keine ‚Null-Bock-Generation‘ sind.

Stattdessen sind sie bereit, die Belange ihrer Altersgruppe zu vertreten und sich für das Gemeinwesen einzusetzen – und das über die Grenzen von Nationalität, Religion und sozialer Herkunft hinaus.“

Unter dem Titel „Integration wie wir S(s) ie sehen“ sind ab sofort bis zum 23. Mai 18 Bilder zu diesem Thema zu sehen. Fotografieren lassen haben sich die 22 Mitglieder jeweils mit einem Freund oder einer Freundin mit Migrationshintergrund.

„Wir wollen ein Zeichen setzen, um den immer wieder kehrenden Diskriminierungen zu begegnen“, erklärt Gödde. Anhand der Bilder sei relativ schnell zu erkennen, dass es Jugendlichen heute gelingt, Gegensätze mit Freundschaft zu verbinden.

Neben der Farbe, die die Jugendparlamentarier ins Rathaus gebracht haben, haben sie auch für ein neues Bild in der Stadt gesorgt: Einen Tag lang sind sie durch die Jülicher Straßen gezogen - „bewaffnet“ mit Wassereimer, Putzschaum, Bürsten und Schwämmen und haben die Straßenlaternen von Aufklebern befreit, die rechtsradikale Zeichen oder Sprüche zeigten. „Über 30 Aufkleber, Sticker, Schmierereien und Zettel haben wir entfernt, auf denen Sprüche zu lesen waren, die ich gar nicht sagen möchte“, betont Jugendparlamentarier Jona.

Die Jugendlichen wollen ausdrücklich darauf hinweisen, dass alle Menschen gleich sind und es verdient haben auch gleich behandelt zu werden. „Es scheint einfach ein Problem der Gesellschaft zu sein. Je mehr Leute sich dafür einsetzen, dieses Problem aus der Welt zu schaffen, desto friedlicher wird es auf Erden“, ist sich die Gruppe einig und ebenso einig ist sie sich, sich weiterhin dafür einzusetzen.

Nach dem 23. Mai ziehen die Bilder um. Als Wanderausstellung sind sie dann abwechselnd in den Jülicher Schulen zu sehen.

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