Freialdenhoven - Jugendkeller in Freialdenhoven besteht 40 Jahre

Jugendkeller in Freialdenhoven besteht 40 Jahre

Von: tm
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Der JCF-Vorsitzende Patrick Ro
Der JCF-Vorsitzende Patrick Ross (l.) freut sich immer, wenn die Jugendlichen in Freialdenhoven „ihren Keller” besuchen. Foto: Mauer

Freialdenhoven. Vor 40 Jahren bauten engagierte Menschen in Eigenregie einen dunklen Raum aus, um damit einen Treffpunkt für Jugendliche im Ort zu schaffen. Nun wird „der Keller” in Freialdenhoven 40 Jahre. Ein bemerkenswertes Stück Tradition.

Zuerst war es ein Raum unter der Kirche, der als Treffpunkt für die Jugend diente. Doch der erwies sich bald als zu klein. Das einstmals öffentliche Badehaus, das vor Einzug von Bad und Dusche in jedem Haus der Hygiene jedes Bürgers gedient hatte, verfügte noch über einen Kellerraum. Der war zwischendurch zum Schießstand umgebaut worden und stand zur Verfügung.

In Eigenregie entstand dort ein Treffpunkt für die Jugend. Theke, Küchentresen und Beleuchtung wurden eingebaut, ein Verein entstand: „JCF - Jugend-Centrum Freialdenhoven”, später in „Jugend-Club Freialdenhoven” umbenannt.

Zu den Initiatoren und ersten Betreibern gehörte auch Franz Weidinger, der sich erinnert. „Der Verein entwickelte sich in den Anfangsjahren rasend schnell. Wir hatten in der Blütezeit über 1000 Mitglieder.”

An zwei Tagen, mittwochs und sonntags, war geöffnet. Dann stiegen zwischen Diavorträgen und Filmabenden flotte Feten mit Diskomusik und Tanz. Manch neue Beziehung vollzog unter den Augen der Bevölkerung ihren Anfangskuss und heimliche Flirtspiele.

Aus den Küssenden wurden später Paare, deren Kinder nun als neue Gäste ebenfalls im JCF anzutreffen sind. Im Ort und in der Umgebung war der Club ein fester Bestandteil. Aber nie wurde in den Räumen ein Sozialarbeiter gesichtet, die Welt war im JCF noch in Ordnung.

Als fester Programmpunkt rangierte ebenfalls ein jährliches Zeltlager an Pfingsten mit dem Jugendclub Barmen in Hellenthal. Und auch der örtliche Fußballverein profitierte von dem Treffpunkt, denn das eine oder andere Talent fand bei der Borussia eine sportliche Heimat.

Die Führung wechselte von den Alten zu den Jungen, das Leben im Dorf veränderte sich, die Zahl der Mitglieder bröckelte. Seit etwa 15 Jahren bewegt sich deren Zahl auf gleichbleibendem, wenngleich niedrigem Niveau.

In Freialdenhoven wissen die Jugendlichen ihren Keller zu schätzen. Gute Musik der eigenen Wahl hören, eine rauchen oder etwas trinken, sich treffen - der Treff bündelt soziales Leben. „Wir haben hier etwa 2000 CDs, da ist für jeden etwas dabei,” ist sich Patrick Ross sicher, der als Vorsitzender zurzeit amtierent.

Den damaligen Einlassstopp bei mehr als 80 Gästen erlebt der Keller vielleicht wieder am 5. November, wenn der Verein sein 40-jähriges Bestehen mit einem Jubiläumselternabend feiert. Jugendliche sind aber auch zugelassen.
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