Jugend kämpft für Disco auf dem Schlossplatz

Von: Simone Dolfus
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Chiara Leonte, Martina Gödde,
Chiara Leonte, Martina Gödde, Desirée Sybertz und Paul Bauer (v.l.) überreichten die umfangreiche Unterschriftenliste an Bürgermeister Heinrich Stommel und Dezernentin Katarina Esser.

Jülich. Mitglieder des Jülicher Jugendparlaments (JuPaJü) haben in den vergangenen Wochen fleißig Unterschriften für den Erhalt der Weiberfastnachtsdisco auf dem Schlossplatz gesammelt.

Das vorläufige Resultat - es lagen noch nicht alle Listen vor - überreichten jetzt Chiara Leonte (14) vom Gymnasium Haus Overbach, Paul Bauer (16, Realschule Jülich) und Desirée Sybertz (15, Gymnasium Zitadelle) Bürgermeister Heinrich Stommel und Dezernentin Katarina Esser. Begleitet wurden die Jugendlichen von Martina Gödde, der Betreuerin des JuPaJü.

Zwischentitel

Stolze 600 Unterschriften der Schüler von Jülichs weiterführenden Schulen hielt der Bürgermeister in der Hand. „Wenn man bedenkt, dass Ferien waren und noch einige Listen unvollständig sind, ist das schon eine Menge”, findet Martina Gödde. Rund 2200 junge Besucher pilgerten in diesem Jahr zur Jugendschutzveranstaltung auf dem Schlossplatz - ein Event, das von Stadtverwaltung, Polizei, Jugendamt und Hilfskräften organisiert und nachdrücklich befürwortet wird. Schließlich erinnert man sich mit Schrecken an die Bilder der chaotischen Karnevalspartys, die wild auf dem Marktplatz gefeiert wurden: Zerbrochene Glasflaschen, betrunkene Jugendliche und Berge von Müll.

Wenig Verständnis für Politik

Vor diesem Hintergrund haben die Schüler wenig Verständnis für die Forderung mancher Jülicher Politiker, die Disco zur Schonung des Schlossplatzes an einen anderen Ort zu verlegen, der weniger zen­tral liegt und damit an Attraktivität verliert. „Es ist schon komisch, dass ausgerechnet unsere Veranstaltung herausgegriffen wird”, wundert sich Paul Bauer. Desirée Sybertz ergänzt: „Das Zelt für die Disco liegt da vielleicht ein paar Tage. Wenn der Weihnachtsmarkt aufgebaut wird, bleiben die Buden mehrere Wochen dort stehen.” Sie wollen nicht aus der Innenstadt abgeschoben werden. „Das ist die Veranstaltung, wo man sich trifft. Dort ist man beaufsichtigt und unsere Eltern können beruhigt sein”, findet Chiara Leonte die Disco grundsätzlich eine gute Sache, die unbedingt auch für alle Schüler gut erreichbar sein sollte.

Karnevalistisches Dreieck

Auch die Schulleiter der weiterführenden Schulen sprechen sich ausdrücklich für den Verbleib auf dem Schlossplatz aus, erklärte Heinrich Stommel. Und auch die Stadtverwaltung sieht den Standort Schlossplatz als ideal: Zentral gelegen und gut abzusperren. „Der Treffpunkt ist nun einmal rund um das Zelt, vor allem wenn man bedenkt, dass Zelt, Rathaus und Sparkasse an Weiberfastnacht in einem karnevalstischen Dreieck liegen, das fußläufig gut erreicht werden kann”, sprach Katarina Esser die beobachtbaren Bewegungsmuster zur Narrenzeit an.

Die Unterschriften des Jugendparlaments werden nun in die Beratungen des Arbeitskreises einfließen der eigens zum Thema Schlossplatz gebildet wurde. „Wir haben da schon einen gewissen Diskussionsstand erreicht”, so der Bürgermeister. Es gehe jetzt um die Details, welche Veranstaltungen vielleicht verlegt oder verändert werden können.
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