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Jürgen Frisch: Gemeindeleben verändert sich

Von: Adi Zantis
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In der Gemeinschaft der Gemeinden Linnich-Aldenhoven viel unterwegs: Pfarrer Jürgen Frisch vor der St.-Martins-Kirche Linnich. Foto: Zantis
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Seit November 2012 Pfarrvikar für die GdG Aldenhoven-Linnich: Pfarrer Jürgen Frisch.

Linnich. Der vom Aachener Bischof Heinrich Mussinghoff seit November 2012 zum Pfarrvikar für die Gemeinschaft der Gemeinden Aldenhoven-Linnich (GdG) ernannte Seelsorger Jürgen Frisch ist in seinem Aufgabenbereich schwerpunktmäßig für die Pfarreien in Linnich, Körrenzig, Gevenich, Glimbach, Boslar, Tetz, Hottorf, Floßdorf und Kofferen zuständig. In dieser Verpflichtung sieht sich der 44-jährige Pfarrer natürlich auch in die große Strukturreform der Ortskirchen eingebunden.

„Den Pfarrer vor Ort oder die eigene Gemeinde, wie wir es früher kannten“, so räumt Jürgen Frisch ein, „gibt es eigentlich nicht mehr! Die Menschen leben heute in viel größeren Umfeldern, sowohl arbeitsmäßig und auch in ihrer Freizeitgestaltung. Bedingt auch durch eine zunehmende Mobilität sind die Kontakte erweitert worden.“ Die kleine Gemeinde ist nach Pfarrer Frisch „heute mehr auf Gemeinsamkeit ausgerichtet und ist integriert in die Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) und den Kirchengemeindeverband (KGV)“. Seine persönliche Kommunikation als Seelsorger sieht er vor allem „in den dörflichen Festen, in der Begegnung bei der Krankenkommunion, Familienfeiern und Beerdigungen“.

Obwohl Pfarrer Frisch „einen direkten Vergleich auf die Jahrhunderte alte Grundtendenz im Gemeindeleben“ nicht mehr für möglich hält, kann er aus Erfahrungen feststellen, „dass sowohl die Teilnahme am Gemeindeleben wie auch der Kirchenbesuch nachgelassen hat“. „Den Glauben kann man aber nicht nur allein am Kirchenbesuch festmachen.“ „Früher“, so seine Einschätzung, „wäre man aufgefallen, wenn man nicht zur Kirche geht. Heute fällt man auf, wenn man zur Kirche geht!“

Identifikation mit den Gebäuden

Ob der Bezug zur Gemeinde dennoch vorhanden ist? Für den GdG-Seelsorger „hat allein schon das Kirchengebäude seinen Stellenwert behalten!“ Viele Menschen identifizieren sich mit „ihrem Kirchengebäude“. Seiner Meinung nach „könnten aber auch gerade in den großen Kirchen zentrale Gottesdienste mit vielen Teilnehmern eine besondere Erfahrung von Kirche im gemeinsamen Gebet darstellen.“ Aus diesem Angebot könnten sich Fahrdienste in den einzelnen Pfarreien entwickeln, die dann „im Miteinander für einen lebendigen Austausch untereinander beitragen“.

Vier Säulen nennt Pfarrer Frisch als wesentliche Merkmale einer lebendigen Gemeinde: „Die Liturgie, die Diakonie, die Martyria und die Koinonia.“ Dabei sieht er „die Liturgie als Zeichen für die Gemeinschaft der Menschen mit Gott, die Diakonie als die daraus erwachsende gelebte Nächstenliebe, die Martyria als Zeugnis geben für den Glauben und die Koinonia als Gemeinschaft“. „Wir müssen neue Ziele ansetzen für die lebendige Gemeinde“ und „wir sollten uns mehr öffnen für die Mitchristen in unserem Umfeld – auch in den Nachbargemeinden –und mehr in die neue Struktur hineinwachsen“, so der Ausblick von Pfarrer Frisch. „So können wir unsere Kräfte bündeln.“

„Fusion heißt nicht, dass vor Ort kein Gemeindeleben mehr vorhanden ist!“ so Pfarrer Frisch.

„Für die Gottesdienste vor Ort gibt es einen festen Plan, der in Absprachen kollegial eingeteilt wird und die Zusammenarbeit möglich macht“, so fasst es Frisch zusammen. Er „fühlt sich wohl in seinem Aufgabenbereich mit vielen herzlichen und offenen Begegnungen“. Und die Zukunft? „Vieles ist noch unbekannt“ so folgert er „und vieles ist im Wandel.“ „Reform ist wichtig. Aber sie muss auf das Fundament des Glaubens aufgebaut werden um mit Leben erfüllt zu werden!“ Pfarrer Jürgen Frisch beantwortet die Frage: „Was ist heute Glaube?“ mit dem Hinweis auf den Weisen Nehemia (Altes Testament): „Die Freude an Gott ist Eure Stärke!“ „Wenn diese Freude spürbar wird“, so seine Überzeugung, „ist die Kirche lebendig!“

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