Jürgen Becker: Vom Urknall bis zum Schlussverkauf

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Jürgen Becker präsentiert sein neues Programm am 12. Dezember in der Arena Kreis Düren.

Düren. Jürgen Becker, so steht es in seiner Biographie zu lesen, stammt aus einer katholischen Familie. Ob die Gläubigkeit der Eltern auf den Spross abgefärbt hat, wird sich in dessen neuem Kabarettprogramm erweisen. „Ja, was glauben sie denn?”, hat der Kölner seinen Ausflug ins Religiöse betitelt und verspricht im Zusatz eine „kabarettistische Götterspeise”.

Das Ganze präsentiert er kurz vor Weihnachten: am 12. Dezember, 20 Uhr, in der Arena Kreis Düren.

In seinem geradezu himmlischen Programm setzt der 48-Jährige an am Ursprung allen Seins und seziert genüsslich den Beginn der Weltreligionen. Trotz Karikaturenstreits und des heraufbeschworenen Krieges der Kulturen hält Becker nicht die Füße still und fragt ungeniert, ob der Moslem nun eher katholisch oder evangelisch ist?

Was dabei zum Vorschein kommt, glaubt kein Mensch. So erzählt Becker von Indern, die Gott für eine Schildkröte halten und den Ursprung der Welt für einen Butterberg.

Auch der unbefleckten Empfängnis widmet er seine Aufmerksamkeit und stellt fest, dass diese keineswegs eine Exklusivkreation des Christentums ist. Letztlich, so Becker, unterscheidet Mensch und Tier nur dies: Das Tier darf dösen, der Mensch muss lösen.

Derart vom Forschungsdrang getrieben, erfindet der Mensch und hört mit dem Erfinden nicht mehr auf: Autos, Saftpressen, Tupperpartys. Scharfzüngig wie immer, schlägt Becker den Bogen vom Urknall zum Sommerschlussverkauf, von Gott zum Einzelhandel.

Die Freude am Unsinn ist es, die den Rheinländer auf der Suche nach dem Sinn beflügelt. Kein Wunder, dass das Beckersche Religionsverständnis nicht ohne eine gehörige Portion Binsenweisheiten auskommt. Und nicht ohne die Lösung wirklich wichtiger Fragen wie dieser: Waren die Sumerer die Rheinländer des Orients?

Jürgen Becker präsentiert ein Programm, das nicht mit Wissenswertem geizt. Und das beileibe nicht nur Katholiken zur geistigen Entschlackung empfohlen ist. Karten gibt es in der Geschäftsstelle unserer Zeitung zum Preis von 23,70 Euro.
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