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Jülichs Friedhöfe bleiben Sorgenkinder

Von: hfs.
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„Verbuddeln, anschließend flüchten“: Auf diese kurze Formel bringt Ortsvorsteher Conrad Eskens mit Blick auf das „Umfeld“ des neu gesetzten Baumes die Pflanzaktion im Eingangsbereich des Merscher Friedhofes. Foto: hfs.

Mersch. „Ich bin nicht der Seelsorger des Bauhofs.“ Conrad Eskens, Merscher Ortsvorsteher, findet klare Worte. Aus denen ist unschwer zu erkennen, dass er auf den Jülicher Bauhof, respektive deren Verantwortliche, nicht gut zu sprechen ist. Grund seines Ärgers ist der Zustand des Merscher Friedhofs, der alles andere als gepflegt aussieht, was Besucher bestätigen.

„So werden neuerdings Bäume angepflanzt. Wenn man es nicht besser kann, sollte man es doch bleibenlassen.“ Hans Maaßen schaut regelmäßig auf dem Friedhof vorbei. Zuletzt ärgerte er sich über die Pflanzaktion am Eingang, die von „wenig Sachverstand geprägt ist“, wie Maaßen sagt. Um den Baum herum sei wahllos Erde verteilt worden, eine kleine Hügellandschaft „ziert“ das junge Gehölz. „Das sieht man doch auf den ersten Blick, wie planlos hier vorgegangen wurde“, ärgert sich auch Conrad Eskens. Und ergänzt, „dass man direkt am Friedhofseingang mit einem solchen Schandfleck konfrontiert wird.“

Ortstermin vereinbart

Dass der Merscher Ortsvorsteher vor seinem Gang an die Öffentlichkeit Gespräche und Telefonate mit Bauhofleiter Markus Danz beziehungsweise Tiefbauamtsleiter Robert Helgers geführt hat, hebt er hervor. „Die Gespräche waren auch alle nett und zielorientiert, es wurde viel versprochen, es gab einen Ortstermin, aber es wurde wenig getan“, klagt Eskens.

Der Ortsvorsteher wird, wenn er sich auf dem Friedhof blicken lässt, direkt von den Besuchern auf die Missstände angesprochen. Besonders schlimm, so berichtet der Ortsvorsteher, sei es an Allerheiligen gewesen. „Entgegen meiner Gewohnheit habe ich nach nur kurzer Zeit den Heimweg angetreten, bin dann noch mal am Abend hin.“ Grund seiner Flucht seien die vielen Ansprachen derjenigen gewesen, die ihrem Ärger über den Zustand des Friedhofs Luft gemacht hätten. Dabei hätte eine Fuhre Asche oder Splitt schon genügt, um die vielen Löcher im Eingangsbereich oder um die Gräberreihen herum zu stopfen.

„Dies sind doch nicht nur Stolperfallen, viele ältere Merscher kommen mit einer Gehhilfe oder einem Rollator. Wie wollen die durch diese Tiefen durch?“, kann Eskens die Leute verstehen. Dieser Zustand sollte vor dem 1. November behoben sein. „Man hat es mir versprochen, aber passiert ist nichts.“ Eskens Vermutung, nur in Mersch sei der Friedhof in einem solchen Zustand, ist subjektiv. Ebenso sein Vorwurf in Richtung Bauhof, die Arbeitsabläufe würden entweder nicht richtig koordiniert oder es fehle an der Kontrolle, sind rein persönlicher Natur. Das gesteht er ein. Trotzdem, so sagt er, müsse etwas geschehen.

Der Blick nach Titz

„Die Leute, die die Gräber ihrer Angehörigen pflegen, sind ja bereit, um die Grabstätte herum Unkraut zu jäten, für Ordnung zu sorgen. Auch würden sie den Splitt selbst aufbringen, aber der muss ja erst einmal nach hier gebracht werden“, erregt sich der Merscher Ortsvorsteher. Er spricht sich dafür aus, dem Beispiel der Nachbarkommune Titz zu folgen und die Pflege des einen oder anderen Friedhofs an eine Fremdfirma zu vergeben. „Da könnte man ja Erfahrungen sammeln. Ich wäre direkt dafür, unseren als Musterfriedhof zu nehmen.“ Dann würden sicher die Hauptwege, die schon ein normaler Regen in eine Pfützenlandschaft verwandelt, planiert. „Dann sähe unser Friedhof schon ganz anders aus, besonders beim Betreten des Gräberfeldes.“

Kein Datum zugesagt

Markus Danz, Leiter des Jülicher Bauhofs, bestätigt das Treffen mit Conrad Eskens auf dem Friedhof, erinnert sich auch an seine Zusage, „die Hauptwege mit einem Hartplatzpflegegerät zu bearbeiten“. Dies werde auch im laufenden Winter passieren, aber es sei keine Rede davon gewesen, dass dies vor Allerheiligen passieren sollte. „Wenn es diesbezüglich ein Missverständnis gibt, bedauere ich das.“

Was die angesprochene Asche betrifft, würde die, so Danz, seit mehr als zehn Jahren auf keinem Friedhof im Stadtgebiet für Grabstättenumrandungen zur Verfügung gestellt. „Aus Kostengründen muss darauf verzichtet werden. Asche oder Splitt gibt es nur noch für die Hauptwege.“

Und was die bemängelte Pflanzaktion auf dem Friedhof anbelangt, sei die noch nicht abgeschlossen. „Überall im Stadtgebiet sind wir zurzeit mit Neuanpflanzungen beschäftigt. Wenn wir damit fertig sind, wird auch die auf dem Merscher Friedhof in einem tadellosen Zustand sein.“

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