Kreis Düren - Jülicher Zuckerfabrik investiert 2,8 Millionen Euro

Jülicher Zuckerfabrik investiert 2,8 Millionen Euro

Von: Antonius Wolters
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Heinz Leipertz posiert mit einer Hand voll Dünger vor den Carbokalk-Bergen, die während der laufenden Rübenkampagne bereits auf der neu gebauten Platte gelagert worden sind. Foto: Wolters
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Die vier neuen 40-Tonner werden aus dem Silo blitzschnell mit Carbokalk beladen.

Kreis Düren. Auf dem Rübenhof der Jülicher Zuckerfabrik türmen sich die süßen Feldfrüchte meterhoch, die dort während der seit gut einem Monat laufenden Kampagne wochentags angeliefert werden. Ähnlich den ausgeklügelten Anfuhrplänen der Rübenanlieferer ist für die Verteilung eines wichtigen Düngemittels und Bodenverbesserers zurück an die Landwirtschaft, die bei der Rübenverarbeitung in großen Mengen anfällt, ebenfalls eine ausgeklügelte Logistik erforderlich.

In der Nähe der Rübenberge sind weniger eindrucksvoll Steine gelagert, die offenbar nur darauf warten, um eine größere Fläche auf dem weitläufigen Areal zu pflastern. Das ginge zwar tatsächlich, doch neben den Zuckerrüben wird hier ein weiterer Rohstoff gelagert, der bei der späteren Zuckergewinnung und darüber hinaus eine wichtige Rolle spielt. Es sind Kalksteine, die im Kalkofen bei einer Zugabe von Koks erhitzt und bei rund 600 Grad gebrannten Kalk (Calciumoxid) erzeugen, der nach Zugabe von Wasser chemisch in gelöschten Kalk bzw. Kalkmilch (Calciumhydroxid) umgewandelt wird.

In einem weiteren Prozess dient die Kalkmilch dazu, den aus den Zuckerrüben gewonnenen Rohsaft zu reinigen. Die „süße Suppe“ wird dabei in Wasser, Sacharose und Schmutzstoffe aufgespalten, die nach längerer Verweildauer in dem Produktionsbehälter in Form schwerer Flocken auf den Boden sedimentieren. Diese Flocken bestehen aus Nährstoffen, die in den Rüben enthalten waren, Carbokalk und Tonmineralien, die den Erdanhang der angelieferten „Knollen“ ausmachen.

Trockenes Verfahren eingeführt

Während bis zum vergangenen Jahr das Kalksediment aus der sogenannten Carbonation durch die weitere Zugabe von Wasser so weit verdünnt wurde, dass es abgepumpt und später flüssig auf den Feldern versprüht werden konnte, hat die Zuckerfabrik nun auf ein trockenes Verfahren umgestellt: Das Kalksediment braucht dazu nur entsprechend stark abgepresst zu werden, um die noch vorhandene Flüssigkeit zu entfernen.

Dafür und die dann folgenden Schritte hat das Unternehmen insgesamt rund 2,8 Millionen Euro investiert. „Von der Rübe für die Rübe“, ist der Service überschrieben, der den so genannten Carbokalk interessierten Landwirten „frei Krume“ anbietet.

Der getrocknete Carbokalk gelangt über ein Förderband in ein Silo, um die vier 40-Tonner leichter beladen zu können. Neben diesen Transportfahrzeugen hat das Unternehmen zwei terrabereifte Streuer erworben, die den trockenen Carbokalk mit einer Ausbringbreite von zwölf Metern auf die Felder streuen.

Nährstoffe und Bodenverbesserer

„Der Carbokalk der Ernte 2014 dient als Nährstofflieferant und Bodenverbesserer“, rührt Heinz Leipertz, bei der Zuckerfabrik Leiter der Landwirtschaftlichen Abteilung, die Werbetrommel für das „Nebenprodukt“ seines Unternehmens, das im Zuge des Produktionsprozesses in rauen Mengen anfällt. Wenn ein Landwirt nach der Ernte Bodenproben von seinen Äckern analysieren lässt, weiß er genau, welche Nährstoffe in welcher Menge je nach Folgekultur benötigt werden.

Der Carbokalk wirkt nicht nur der natürlichen Versauerung der Böden entgegen – die Zuckerrübe beispielsweise gedeiht optimal bei einem neutralen pH-Wert des Bodens von 7,0 – er ist durch die Bildung von Calziumbrücken auch gut fürs Bodengefüge. Das Resultat ist krümeliges Ackerland. Trotz des generalstabsmäßigen Ausbringungsplanes, um den Carbokalk möglichst schon während der Kampagne durchkreuzt immer wieder die Witterung die ausgeklügeltsten Pläne.

Wenn es zu feucht ist und die Felder nicht befahren werden sollten, sind Transporter und Streuer zur Untätigkeit verurteilt. Der weiterhin anfallende Carbokalk wird dann innerhalb des Fabrikgeländes auf einer neu gebauten Platte gelagert, die eine Kapazität von bis zu 35.000 Tonnen hat.

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