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Jülicher Wetterradar misst bei Regen sogar die Tropfengröße

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Mit einem neuartigen Radarturm können Forscher in Jülich den Niederschlag wesentlich genauer als bisher messen. Foto: Helmut Schiffer

Jülich. Die weithin in der Jülicher Börde sichtbare Sophienhöhe hat seit Montag ein neues „Wahrzeichen”. Es ist der 34 Meter hohe Wetterradar-Turm des Forschungszentrums Jülich. Eingebunden in ein bundesweites Netz von vier Observatorien der Helmholtz-Gemeinschaft dient die Anlage als Frühwarnsystem für Niederschläge und Windmessungen.

Zudem liefert sie detaillierte Daten zu den Auswirkungen des Klimawandels auf lokale Ökosysteme.

Bedienen sich bisher die Wetterstationen herkömmlicher Radarwellen - sie werden nur horizontal ausgestrahlt - ist das Herzstück der Jülicher Anlage ein so genanntes polarimetrisches Radar.

„Unsere Wellen gehen sowohl in horizontaler als auch in vertikaler Richtung. Der Dämpfungseffekt ist ungleich niedriger”, erläuterte Professor Dr. Harald Bolt als Vorstandsmitglied des Forschungszentrums, als die geladenen Gäste zur offiziellen Einweihung per Unimog zur Sophienhöhe gefahren wurden. „Was dankenswerter Weise unser Kooperationspartner RWE übernommen hat”, fügte er hinzu. Denn Eigentümer des Areals ist die RWE Power AG.

„Das Unternehmen ist selbst sehr daran interessiert, wie sich der Klimawandel in den hiesigen Breiten auswirken wird”, meinte Bolt. Dass die 1,4 Millionen teure Anlage als Frühwarnsystem für Hochwasser und Unwetter dient, erläuterte Professor Harry Vereecken vom Institut für Agrosphäre. Der stellte an Ort und Stelle die großen Unterschiede zu den herkömmlichen Wetterradaren, zum Beispiel des Deutschen Wetterdienst, heraus.

„Unser Radar misst viel genauer, wo welcher Niederschlag fällt. Wir können den Ort auf etwa 200 Meter eingrenzen, und außerdem vorhersagen, ob es regnen, hageln oder schneien wird.” Das können die „normalen” Radarstationen nicht. Sie messen auf einen Kilometer genau, geben aber keine Information über die Niederschlagsart. Und die Jülicher analysieren dabei in einem Aufwasch auf gleich die Tropfengröße.

Da aber immer häufiger regionale Unwetter - zuletzt in Jülich am 7. August - große Schäden anrichten, kommt der neuen Anlage große Bedeutung zu. Profitieren wird davon auch der Deutsche Wetterdienst, dem die Daten ebenso zur Verfügung gestellt werden wie RWE und den lokalen Wasserverbänden. Auch interessierte Bürger können bald die Daten online abrufen.

Eingebunden ist das neue Wetterradar in das deutschlandweite Netz „Tereno”, das die vier Observatorien verbindet und somit die umfangreichste Untersuchung auf lokaler Ebene ermöglicht.
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