bullyparade kino freisteller bully herbig tramitz kavanian

Jülicher Unfallkreuzung: Kein Kreisel

Von: Volker Uerlings
Letzte Aktualisierung:
7126550.jpg
Bei einem „Unfallhäufungspunkt“ wie der Kreuzung Königshäuschen muss nach Aussage des Jülicher Ordnungsamtes kurzfristig gehandelt werden – da komme nur eine Ampel in Frage. Die auf dem Bild unten zu sehenden alten Kreisbahnschienen verhindern aus Amtssicht zudem den Bau eines Kreisverkehrs. Foto: Uerlings

Koslar/Jülich. Am Königshäuschen kurz vor Koslar wird es wohl mittelfristig keinen Kreisverkehr geben, obwohl ein Großteil der Verkehrsteilnehmer und zahlreiche Kommunalpolitiker diese Lösung favorisieren. Oder kürzer: An einer Ampel führt nach Meinung des Jülicher Ordnungsamtsleiters Hans Pinell kein Weg vorbei.

„Und die kann ja auch wieder zurückgebaut werden“, erklärte der oberste Ordnungshüter im Jülicher Rathaus am Donnerstag im Ausschuss für Planung, Umwelt, Bauen. Auf jeden Fall müsse kurzfristig gehandelt werden, wenn ein so genannter Unfallhäufungspunkt erkannt worden ist. Die Kreuzung Königshäuschen sei ein solcher.

Pinell erklärte dem Ausschuss, dass die „Lichtzeichensignalanlage“ nicht für alle Richtungen eingerichtet werden soll, sondern nur für zwei: von Jülich nach Aldenhoven und Linksabbieger aus Koslar. Genau das aber könnte zu noch längeren Rückstaus führen, wie Martina Gruben (SPD) darlegte: „Das ist doch der Knackpunkt. Mit einer Ampel würden wir die Rückstaus nur verschlimmern. Ist nicht zumindest ein provisorischer Kreisverkehr möglich?“

Pinell verneinte, weil auch ein Provisorium eben nicht kurzfristig zu machen sei. Letztlich entscheide die Überörtliche Unfallkommission, die im Mai wieder tagt. Die Stadt Jülich sitzt hier mit am Tisch, kann aber nur Bedenken vortragen. Die betroffenen Straßen befinden sich in Trägerschaft von Kreis und Bund, die für die „Zeche“ auch zu zahlen haben.

Ein dauerhafter Rundverkehr könne nach Angaben des Landesbetriebs Straßenbau NRW wohl frühestens in fünf Jahren gebaut werden, wie in einem Schreiben an die Stadt Jülich zu lesen ist. Das liegt an unterschiedlichen Kostenträgern, die beteiligt werden müssen. Zudem sei eine solche Lösung nicht in der Prioritätenliste beim Regionalrat aufgeführt. Der Landesbetrieb hofft, dass sich die Stadt für eine Ampel-Lösung stark macht, „um die Unfallhäufungsstelle nun kurzfristig und allen Diskussionen zum Trotz zu beseitigen“, heißt es in dem Brief. Zudem bleibt das Problem mit den alten Kreisbahn-Gleisen: Der Landesbetrieb will die nur überbauen, wenn die Strecke entwidmet wird.

Die Verwaltung beantwortete in der Ausschusssitzung auch einige Fragen der UWG Jül, die sich für die Auswirkungen der Koslarer Ortsumgehung interessiert, da diese die Kreuzung Königshäuschen entlasten dürfte. Mit einer Entlastung um etwa 60 Prozent sei zu rechnen, bestätigte die Verwaltung. Auf der Umgehung (L 14 neu) werden schätzungsweise dann 4200 Fahrzeuge am Tag erwartet, auf der alten Strecke nur noch 1400 (statt 2330). Matthias Hoven (Jül) regte an, so lange mit Baumaßnahmen zu warten, bis die Umgehung fertiggestellt ist.

Dabei ist zu beachten, dass die Koslarer Umgehung in diesem Jahr weitergebaut, aber nicht fertiggestellt wird. Das Land hat weitere zwei Millionen Euro in 2014 angekündigt. Bis zur Fertigstellung fehlen aber immer noch drei Millionen Euro, die frühestens im Landesetat 2015 zur Verfügung gestellt werden können – oder später.

Leserkommentare

Leserkommentare (4)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert