Jülich/Berlin - Jülicher Startup entwickelt Betten aus Wellpappe

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Jülicher Startup entwickelt Betten aus Wellpappe

Von: Antonius Wolters
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Das Team des Startup „Room in a Box“ besteht aus Rafael Strasser (v.l.), den beiden Geschäftsführern Lionel Palm und Gerald Dissen sowie Verpackungstechniker Christian Hilse, der eine Schwäche für Wellpappe hat. Foto: Room in a Box
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20 Zentimeter hoch, wie eine Ziehharmonika verstellbar und komplett aus Wellpappe: Die laufende Crowdfunding-Kampagne widmet sich dem mobilen Bett, das sich auch ein Student leisten kann. Foto: Simon Baucks

Jülich/Berlin. Lionel Palm ist derzeit ein gefragter Mann. Der 23-Jährige, der 2009 sein Abitur am Gymnasium Zitadelle angelegt hat, studiert seit 2010 Wirtschaftswissenschaften an der Universität Witten/Herdecke. Aktuell ist er jedoch tief ins praktische Wirtschaftsleben eingetaucht.

Mit seinem Studienkollegen Gerald Dissen hat er im April vergangenen Jahres in Berlin das Start-up-Unternehmen „Room in a Box“ gegründet und die Geschäftsführung übernommen, das per Crowdfunding das erste eigene Produkt auf den Markt bringen möchte: Ein komplett aus Wellpappe hergestelltes Bett, das sich wie eine Ziehharmonika verschieben lässt und so für Matrazenbreiten von 90 bis 140 Zentimeter geeignet ist. Entwickelt hat die Liegestatt neben Palm und Dissen der passionierte Verpackungstechniker Christian Hilse, der wie Rafael Strasser inzwischen mit zum Team vom „Room in a Box“ zählt.

Der Werkstoff Wellpappe ist nicht von ungefähr gewählt worden, denn Lionell Palm hat vor Beginn des Studiums gut acht Monate im Controlling der Wellpappenwerke Carl Eichhorn KG in Kirchberg gearbeitet. „Das Bett wird, sobald genug Bestellungen vorliegen, ebenfalls in einem Wellpappenwerk gefertigt werden“, sagt Palm. In welchem genau das dann sein wird, sei derzeit aber noch unklar.

Somit ist besagte Crowdfunding-Kampagne im Grunde genommen eine Art gigantische Produktvorbestellung. Die Unterstützer investieren nämlich nicht in das Unternehmen, sondern ermöglichen es diesem, die Produktion des Bettes in Gang zu setzen. Bis Ende des Monats soll ein Bestellvolumen von 15.000 Euro erreicht werden, um so die Mindestabnahmemenge beim Lieferanten zu erreichen, der später dass fertig zusammengebaute Bett verschickt.

Dass es dabei um wahre Leichtgewichte handelt, belegen zwei Zahlen: Das Bett gibt es 20 Zentimeter hoch, dann wiegt es rund 8,5 Kilo. Die 40 Zentimeter-Variante bringt 14 Kilo auf die Waage.

Aktuell ist das Funding-Ziel zu 78 Prozent erreicht, das entspricht einem Bestellvolumen von 11.761 Euro. Wenn die 15 000 Euro bis übernächsten Montag erreicht werden, wovon Lionell Palm fest ausgeht, dann braucht das Unternehmen nicht in Vorleistung zu gehen, sondern lässt nur so viele Betten produzieren, wie es auch absetzen kann. Zudem hilft die Kampagne dabei, die Stanzwerkzeuge für die Bettenbauteile zu finanzieren, was die Produktionskosten auf Dauer niedrig hält.

Das Konzept von „Room in a Box“ besteht darin, eine ganze Zimmereinrichtung in einer Kiste zu liefern, die man mit wenigen Klicks online bestellt und nach spätestens zwei Tagen mit dem Paketdienst nach Hause geliefert bekommt. Darin enthalten sind neben dem Bett ein Schreibtisch, ein Hocker und ein Regal.

Zum jetzigen Zeitpunkt fertig sind das Bett und ein Nachttisch, der ebenfalls über die laufende Kampagne bestellt werden kann. Kurz vor der Fertigstellung ist der „Pop up“-Hocker, von Schreibtisch und Regal existieren weit fortgeschrittene Prototypen. Bei der Zimmereinrichtung bleibt die Firma der Wellpappe treu, die einen hohen Recyclinganteil hat und später selbst wieder in den Stoffkreislauf gegeben werden kann. „Neben dem Aspekt der Mobilität wollen wir auch bei der Nachhaltigkeit Maßstäbe setzen“, sagt Lionel Palm.

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