Jülicher Kunstverein: Ausstellung mit Werken von Ingeborg Schmidthüsen

Von: Kr.
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Den Wert des Buches und des gedruckten Wortes noch steigern, ist das Bestreben der Papierkünstlerin Ingeborg Schmidthüsen hier mit Dr. Dirk Tölke und Kirsten Müller Lehnen vom Jülicher Kunstverein. Foto: Kr

Jülich. Die Aufräumaktion ihres Mannes in der heimischen Bibliothek war wohl der Auslöser für die Ingeborg Schmidthüsen, sich intensiv mit Büchern auseinanderzusetzen. Es waren zumeist alte Wörterbücher mit schönen Einbänden, die da aussortiert wurden und denen sich die Künstlerin annahm.

Papier als Material war für sie stets von großer Bedeutung gewesen. Sie sah sich auch schon zu diesem Zeitpunkt stets als Papierkünstlerin, denn Papiercollagen, in denen Strukturen, Riffelungen, Knicke und Falten sowie die verschiedenen Schrifttypen eine große Rolle spielten, widmete sie mit großem Erfolg viel Zeit.

Filigrane Gebilde

Um nun diesen alten Büchern und die darin enthaltenen Worte noch kostbarer zu machen, ging sie daran, Blatt für Blatt zu falten. Manchmal nur zweimal, oft aber auch bis zu sechsmal, um diesen Büchern ein ganz neues Leben zu geben. So sind ganz filigrane Gebilde voller Bewegung und Poesie, entstanden.

Es ist eine unendliche Geduldsarbeit, die laut Ingeborg Schmidthüsen einen meditativen Charakter bekommt, sobald man einen eigenen Rhythmus gefunden hat. Diese wundervollen Objekte, die teilweise nicht größer als zehn mal zehn Zentimeter waren, zogen bei ihrer Ausstellung auf Einladung des Kunstvereins Jülich im Hexenturm der Stadt die Aufmerksamkeit der zahlreichen Gäste auf sich.

Struktur zur Geltung gebracht

Doch auch ihre Bilder und Collagen, in denen Papier, Worte und Buchstaben eine übergeordnete Rolle spielen, verdienten Beachtung. Meist in Naturfarben gehalten, mit wenigen farbigen Akzenten, bringen sie die Struktur des verwendeten Materials, bei dem es sich nicht selten um Fundstücke handelt, zur Geltung.

Die Vergänglichkeit und der Alterungsprozess spiegelt sich in ihnen wieder, denn oft sind die Papiere vergilbt, angesengt oder durchweicht und wieder getrocknet. Auch hier werden besondere Effekte durch Knicken, Falten, Rollen erzielt.

„Wo Worte zur Ruhe kommen” ist diese Ausstellung benannt, die bis zum 3. Oktober jeweils freitags von 15 bis 18 Uhr, samstags von 11 bis 18 Uhr und sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet ist. Einführende Worte sprach bei der Vernissage Dr. Dirk Tölke. Er meinte abschließend: „Ich wünsche ihnen viel Spaß dabei, diese poetische Wortschau anzusehen”.
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