Jülicher Kinder sind sportlich durchschnittlich

Von: jan
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Wie steht es um das sportliche Talent der Jülicher Grundschulkinder? Das untersucht der Kreissportbund mit dem sogenannten Sportcheck. Foto: dpa

Jülich. Das Ergebnis der Untersuchung ist weder gut noch schlecht. Wie fit sind die Jülicher Grundschulkinder? Mit dieser Fragestellung war der Kreissportbund (KSB) auf Anfrage der Stadt Jülich angetreten und hat alle Zweitklässler auf ihre sportlichen Fähigkeiten hin untersucht. Der Test fand schon im vergangenen November statt.

Jetzt präsentierten Wolfgang Schmitz und Sebastian Lieberth vom Kreissportbund die Ergebnisse vor dem Ausschuss für Jugend, Familie, Integration, Soziales, Schule und Sport. Das Ergebnis: Die Grundschulkinder sind Durchschnitt, mal guter Durchschnitt, mal schlechter Durchschnitt.

Alle 281 Zweitklässler sind getestet worden. Teil des Sportchecks waren unter anderem ein Zehn-Meter-Sprint, ein Lauf über sechs Minuten, sowie Wurf- und Schießtest mit Bällen. Damit sind neben dem Ausdauer-Talent auch Koordination und Schnellkraft überprüft worden.

„30 Kinder sind übergewichtig, 19 untergewichtig“, fasste Lieberth einen Teil der Ergebnisse zusammen. Die Laufleistungen bewertete das Team vom Kreissportbund als „eher unterdurchschnittlich.“ 39 Kinder hätten überdurchschnittlich gute Leistungen gezeigt, 49 unterdurchschnittliche. „In neun Fällen haben wir eine Empfehlung ausgesprochen, dass die Eltern mit dem Kind einen Therapeuten aufsuchen sollen“, sagte Lieberth.

Genau das gehört zu den Zielen des Sportchecks. Defizite sollen aufgedeckt werden. Mit Erfolg, wie Schmitz und Lieberth berichteten. „Wir haben die Rückmeldung von Therapeuten, dass die Eltern die Ergebnisse ernst nehmen und entsprechende Maßnahmen ergreifen“, berichtete Lieberth.

Nicht nur für Kinder mit Defiziten haben die KSB-Mitarbeiter Empfehlungen ausgesprochen. Auch für Kinder mit Talenten in bestimmten Bereichen gab es einen Ratschlag. Wer zum Beispiel weit werfen konnte, dem wurde beispielsweise eine Mitgliedschaft in einem Leichtathletik-Verein nahegelegt. Auch diese Anregungen wären in vielen Fällen aufgenommen worden.

Datenschutz wird eingehalten

Der Test bleibt keine Eintagsfliege. Die aktuellen Zweitklässler werden noch in diesem Jahr getestet. Zwei Jahre später folgt dann genau der gleiche Sportcheck noch einmal, wenn die Kinder die vierte Klasse besuchen. Dann soll festgestellt werden, ob und wo sich das sportliche Talent verändert hat. „Ich kann grundsätzlich versichern, dass die Testergebnisse selbstverständlich dem Datenschutz unterliegen“, sagt Schmitz.

Die Vermittlung an Vereine und Therapeuten ist nicht die einzige Maßnahme, die aus dem Sportcheck resultieren soll. Der KSB bildet Grundschullehrer aus, damit sie Sport unterrichten und so besser mit den Kindern arbeiten können. Mit Kosten für die Stadt ist der Sportcheck nicht verbunden.

Er wird über Sponsoren finanziert. Das Projekt ist auf insgesamt vier Jahre ausgelegt. So können auch die aktuellen Erstklässler 2017 als letzter Jahrgang zum zweiten Mal getestet werden. Jülich ist laut Wolfgang Schmitz übrigens die erste Kommune im Kreis, in der der Check flächendeckend stattfindet.

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