Jülicher Justitia steigtauf den Drahtesel um

Von: spl
Letzte Aktualisierung:
Wachtmeister Thomas Jann auf d
Wachtmeister Thomas Jann auf dem neuen Dienstfahrrad - natürlich mit Helm. Foto: spl

Jülich. Umweltbewusst und sportlich zeigen sich die Mitarbeiter des Jülicher Amtsgerichts - mit dem neu angeschafften Dienstfahrrad. Die Richter sehen zum Beispiel im Stadtbereich für ein Gerichtsverfahren nach einem Autounfall die Unfallstelle ein, um sich ein genaues Bild machen zu können.

Wachtmeister können das Dienstfahrrad für Zustellungen von Schriftstücken nutzen, die persönlich zu übergeben sind.

Besonders häufig haben aber die beiden Betreuungsrichter Günther Burkhardt und Antje Mundorf dienstliche Termine außerhalb des Hauses. Ihre Aufgabe ist es zum Beispiel, zu entscheiden, ob für eine Person, die nicht mehr zuhause alle Dinge des alltäglichen Lebens allein bewältigen kann, eine Betreuung einzurichten ist.

Die Hilfestellung können neben altersschwachen Menschen auch Personen mit psychischen Problemen oder alkoholkranke Menschen benötigen. So kam Betreuungsrichter Günther Burkhardt vielleicht auch deshalb auf die Idee, ein Dienstfahrrad zur Erledigung von Terminen im Stadtbereich Jülich anzuschaffen.

Dazu beantragte Rainer Harnacke, Direktor des Amtsgerichts, die finanziellen Mittel zur Anschaffung beim Oberlandesgericht (OLG) in Köln. Obwohl er zunächst unsicher gewesen sei, ob die Mittel bewilligt würden, befürwortete das OLG den Antrag und stellte die finanziellen Mittel zur Verfügung.

Natürlich ist es nicht möglich, alle dienstlichen Termine mit dem Fahrrad zu erledigen, „aber gerade bei den kurzen Strecken innerhalb der Stadt Jülich ist es sinnvoller, mit dem Fahrrad unterwegs zu sein”, so Harnacke.

Und damit liegt das Jülicher Amtsgericht offenbar im Trend. Der Bundesdeutsche Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management (B.A.U.M.) zeichnete zum Beispiel bereits im vergangenen Jahr die „fahrradfreundlichsten Arbeitgeber” Deutschlands aus.

Die laut einer Presseinformation von B.A.U.M. oft noch unterschätzten Vorteile der Fahrradnutzung, besonders im Nahbereich, seien Anlass zur Ausrichtung des Wettbewerbs gewesen. In der Tat bringt die Nutzung des Dienstfahrrads im Stadtbereich zahlreiche Vorteile mit sich.

Zum einen sind die Mitarbeiter des Amtsgerichts mit einem Fahrrad ökologisch verträglich unterwegs, ist das Verkehrsmittel im Gegensatz zum PKW doch völlig emissionsfrei und schont dadurch obendrein noch die Lungen der Mitbürger.

Zum anderen erspart das Amtsgericht Jülich dem Land NRW damit auch die Erstattung von Fahrtkosten, die sich früher etwa bei Taxifahrten oder Fahrten mit dem privaten Pkw ergaben. Laut Direktor Harnacke wird es nur kurze Zeit dauern, bis sich die Anschaffungskosten des Fahrrads amortisiert haben.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert