Jülich - Jülicher Forscher wollen Alzheimer heilen

Star Wars Alden Ehrenreich Solo Freisteller Kino

Jülicher Forscher wollen Alzheimer heilen

Letzte Aktualisierung:
6219947.jpg

Jülich. „Alzheimer ist eine unheilbare Krankheit.“ Dieser Satz hat leider weiterhin Gültigkeit. Sollte die Wissenschaft es aber schaffen, eine Therapie zu entwickeln, so könnte der Schlüssel dazu in Jülich liegen. Vielversprechende Hinweise darauf gibt es jedenfalls.

„Wir wollen die Krankheit heilen.“ Die Arbeit von Dr. Janine Kutzsche im Jülicher Institut für Strukturbiochemie verfolgt ein klares Ziel. Und es ist ein ehrgeiziges, wenn man die bisherigen Resultate in der Alzheimer-Forschung als Maßstab nimmt. Allen Gästen bei der 5. „Kleinen Nacht der Wissenschaft“ im Jülicher Kulturbahnhof ist eines gemein - sie leisten so etwas wie Pionierarbeit in ihren Disziplinen. In Interviews mit unserem Redakteur Volker Uerlings berichteten sie von Fortschritten, die für das Leben der Zukunft ungeheure Bedeutung haben könnten. Womit wir beim Motto des Wissenschaftsjahres wären, an dem sich die jährliche „Kleine Nacht der Wissenschaft“ stets orientiert: „Demografische Chance“ lautet es.

Menschen werden älter. Und je älter Menschen werden, desto häufiger erkranken sie an Alzheimer. 2030 werden 44 Millionen Menschen an dieser Form der Demenz leiden, jeder Dritte 90-Jährige ist heute schon betroffen. In Jülich machte Dr. Janine Kutzsche Hoffnung darauf, dass diese Zahlen so nicht eintreten. „Die Daten aus dem Labor sind sehr viel versprechend. Die Kombination aus früher Diagnostik und unserer Therapie könnte ein Durchbruch sein“, sagte die junge Wissenschaftlerin, die im Team von Prof. Dieter Willibold die Wirkung des Medikaments D-3 erforscht. Bei Mäusen treten durch die Gabe des Wirkstoffes zwei wichtige Effekte ein: Zum einen reduziert sich die Zahl der toxischen Proteinaggregate im Gehirm, die für Alzheimer verantwortlich sind, bereits nach vier Wochen deutlich. Viel wichtiger noch: Die Mäuse können sich plötzlich wieder erinnern, wie Tests belegen. Wer jetzt euphorisch den Nobelpreis fordert, wird aber gleich wieder eingebremst: „Ob das am Menschen auch so funktioniert, kann niemand vorhersehen“, sagte Kutzsche. Auwändige klinische Tests werden die Antwort bringen. Mindestens fünf weitere Jahre werden bis zu einer möglichen Zulassung des Medikaments vergehen.

Menschen werden mehr. Eine Weltbevölkerung von neun bis zehn Milliarden Menschen prophezeite Prof. Ulrich Schurr für das Jahr 2050. Und die wollen ernährt werden. Schurr forscht an sogenannten „Energiepflanzen“ - aus gutem Grund. „Wo Pflanzen für Biokraftstoffe angebaut werden, steht kein Platz für die Produktion von Nahrungsmitteln zur Verfügung“, erklärte er das Dilemma, in dem sich die Welt durch die massive Mais- und Palmöl-Produktion längst befindet. „Unser Ansatz ist, für Biokraftstoffe solche Böden zu verwenden, auf denen überhaupt keine Nahrungsmittel produziert werden können“, erläuterte der Leiter des „Bioeconomy Science Centers“. Oder man verwendet einfach Reststoffe. Wer hätte gedacht, dass neuerdings Algen zur Biomasseproduktion benutzt werden. Irgendwann könnte daraus Kerosin für die Luftfahrt gewonnen werden, meinte der Pflanzenforscher. In Sachen Bioökonomie habe man „in den letzten Jahren sicher eine Vorreiterrolle eingenommen“. Schurr erinnerte daran, dass viele politische Veränderungen, ob im arabischen Raum oder in Afrika, in direktem Zusammenhang mit der Erhöhung der dortigen Nahrungsmittelpreise stünden. „Wir werden in Zukunft noch viel mehr landwirtschaftliche Forschung brauchen als heute“, sagte er voraus. Schon heute ist es dank Jülicher Forschung möglich, auf marginalen Böden mehrjährige Pflanzen wachsen zu lassen. Aktuelles Projekt: „Wir wollen anuellen Pflanzen wie etwa Weizen beibringen, mehrjährig zu wachsen.“

Menschen brauchen Lebensräume. „Wenn Gebiete durch den Klimawandel unbewohnbar oder unwirtlich werden, kann das schon zu Völkerwanderungen führen.“ Für die Voraussage der Meteorologin Dr. Martina Krämer vom Institut für Energie- und Klimaforschung muss man nicht auf Google Maps in die entlegensten Regionen der Erde zu schauen. „Teile der Niederlande werden wohl verschwinden“, führte die Jülicher Forscherin aus. Ehe Domburg im Meer versinkt, will Krämer viel mehr über Eiswolken herausfinden. Damit begibt sie sich auf kaum erforschtes Terrain, das sie in aller Kürze so umschrieb: „Je mehr Eis in eine Wolke kommt, desto geringer ist die kühlende Wirkung auf die Erde.“ Erforscht wird der Effekt von Aerosol-Partikeln in Wolken mit Messflugzeugen und auf Bergstationen. Auch hier ist der Bedarf hoch: „Schwellenländer wie Indien oder China belasten mit ihren Emissionen das Klima spürbar.“ Passend dazu schloss der Abend mit der Vorführung des Blockbusters „The Day after tomorrow“, in dem sich die Menschheit heldenhaft gegen Klimaphänomene stemmt. Viel spannender, wenn auch nicht so bombastisch, ist dagegen die Arbeit der Jülicher Forscher.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert