Jülicher Autor schreibt Buch über Luftfahrtpioniere

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Jülich. „Tony und Bruno Werntgen - Zwei Leben für die Luftfahrt” heißt ein soeben im „GRIN Verlag” (München) erschienenes Taschenbuch der Autoren Paul Wirtz aus Jülich und Ernst Probst aus Wiesbaden. Hauptpersonen darin sind eine Mutter, die als erste Frau in Deutschland funktionstüchtige Flugzeuge entwickelt hat, und deren Sohn, der einst mit 17 Jahren als jüngster deutscher Pilot gefeiert wurde.

Paul Wirtz entdeckte 1992 in dem Buch „Jülich auf alten Fotografien” ein Bild von Bruno Werntgen (1893-1913) und seiner Mutter Tony Werntgen (1875-1954), die beide in einer alten Flugmaschine saßen. Ungestüm, forschend, erwartungsvoll und wissbegierig packte ihn daraufhin die Sammlerwut. Er richtete seine Urlaubsorte nach den Archiven, Museen sowie nach früheren Wohn- und Auftrittsorten von Bruno Werntgen ein und recherchierte und fotografierte. Je mehr er über die Anfänge der Fliegerei und über Bruno Werntgen in Erfahrung bringen konnte, umso mehr faszinierte ihn dessen Lebensweg.

Irgendwann besaß Wirtz eine umfangreiche Sammlung über die Anfänge der Luftfahrt und über einen der Pioniere der Luftfahrtgeschichte. Mehr und mehr reifte der Gedanke in ihm, alles chronologisch zu ordnen und niederzuschreiben. 2007 veröffentlichte er auf eigene Kosten das Buch „Vom ersten Hopser zum Streckenflug. Aus dem Leben des Aviatikers Bruno Werntgen”. 2011 bekamen Wirtz und der Wiesbadener Autor Ernst Probst miteinander Kontakt. Spontan entschlossen sie sich, ein Buch über Tony und Bruno Werntgen zu veröffentlichen.

Tony und Bruno Werntgen haben zeitweise in Köppern (heute Friedrichsdorf im Taunus), Köln-Merheim und Bonn-Hangelar mehr oder minder erfolgreich Flugunternehmen betrieben. Besonders verdient gemacht hat sich Tony um die Anfänge des Flugplatzes Bonn-Hangelar. Bei Flugveranstaltungen in Köln, Krefeld, Bochum, Gräfrath, Bad Lippspringe, Neheim an der Ruhr, Mönchengladbach, Koblenz, Jülich, Düsseldorf, Neunkirchen (Saarland), Bonn-Hangelar, Cleve, Braunschweig und Aachen jubelten Bruno viele tausend Zuschauer zu.

Das Glück dieser beiden Luftfahrtpioniere dauerte leider nicht lange. Bruno Werntgen starb 1913 im Alter von nur 19 Jahren beim Absturz mit einem selbst konstruierten Flugzeug in Bonn-Hangelar. Seine Mutter Tony verlor nicht nur ihren Sohn, sondern kurz danach auch ihr mit viel geliehenem Geld aufgebautes Flugunternehmen in Bonn-Hangelar. Verarmt erlebte sie den von ihr mit initiierten Siegeszug der Luftfahrt in Deutschland.

1954 erlag Tony Wernten in einem Krankenhaus von Bingen am Rhein einer langen Krankheit. Ihre letzte Ruhe fand sie im Familiengrab auf dem Nordfriedhof in Bonn. An die Werntgens erinnern heute Straßennamen (St. Augustin, Köln, Duisburg und Koblenz), eine Gedenktafel (Köln-Hangelar) und ein Denkmal (Köppern im Taunus).
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