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Jülich macht sich auf den Weg zu einer demenzfreundlichen Stadt

Von: Daniela Mengel-Driefert
Letzte Aktualisierung:
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Jülich - Auf dem Weg zur demenzfreundlichen Stadt: Dezernentin Katarina Esser und Mitarbeiterin Beatrix Lenzen stellen das Konzept vor.

Jülich. Jülich wird weniger, älter, bunter. Laut Modellrechnungen ist im Jahr 2030 voraussichtlich jeder dritte Jülicher 65 Jahre und älter. Jeder zehnte Bürger gehöre zur wachstumsstärksten Gruppe der Hochbetagten. Das heißt 80 Jahre und älter.

Mit höherem Alter steigt die Tendenz, an Demenz zu erkranken. Die Stadt Jülich will die Herausforderung annehmen, die der demografische Wandel mit sich bringt, und setzt erste Schritte auf dem Weg zu einer demenzfreundlichen Stadt um. Vorausgegangen ist die Aufnahme in das bundesweite Förderprogramm „Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz“. Für den Aufbau eines Netzwerkes vor Ort gibt das Bundesfamilienministerium eine Fördersumme von 10.000 Euro. Damit ist Jülich eine von bundesweit 500 lokalen Allianzen.

Dezernentin Katarina Esser möchte ein Klima von Offenheit, Toleranz, Begegnung und gegenseitigem Respekt schaffen, sowie Unterstützungsangebote für die Betroffenen und Angehörigen anbieten. Ein Gedanke ist ihr dabei besonders wichtig: „Wir möchten die Menschen nicht nur als „Kranke“ wahrnehmen“, so Esser. Menschen mit Demenz seien, wie jeder, der in Jülich lebt, Bürger der Stadt.

Damit wird dem inklusiven Ansatz Rechnung getragen, auch Menschen mit Demenz haben das Recht auf Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Mit dem Ziel die Lebenssituation der Betroffenen dauerhaft zu verbessern, setzt die Stadt nun verschiedene Bausteine um.

„Wir haben in der Vergangenheit schon einige Initiativen ins Leben gerufen“, informiert die Dezernentin, zum Beispiel das Projekt „Demenzlotsen“. Hier gibt es für Angehörige und Betroffene erste Informationen zur Orientierung. Im Frühjahr startete mit der Vernetzung aller lokalen Akteure ein Aktionsbündnis.

Im September fand der 1. Jülicher Aktionstag Demenz statt. Insgesamt ist angedacht, eine breite Öffentlichkeit zu informieren, zu sensibilisieren und zu beteiligen. Zum Beispiel mit Hilfe von Fortbildungsangeboten für Behördenmitarbeiter der Polizei, dem Finanzamt und der Stadtverwaltung. Weitere berufsgruppenbezogenen Fortbildungen für medizinische Fachangestellte, Ärzte und Beschäftigte im Einzelhandel sind im nächsten Jahr geplant. Bedarf gebe es auch bei Rettungskräften, im Sanitätsbereich und der Feuerwehr.

Auch junge Menschen sollen in der demenzfreundlichen Stadt mit einbezogen werden. So wird an intergenerativen Projekten in Kooperation mit Jülicher Schulen gearbeitet.

80 Prozent, der an Demenz erkrankten Menschen werden von Angehörigen und professionellen Dienstleistern im häuslichen Umfeld betreut und gepflegt. Die Familien stehen vor großen Herausforderungen, die Situation beeinflusse das Leben aller Familienmitglieder. Wie kann geholfen werden? Mit den Betroffenen und Angehörigen ist geplant, den Bedarf zu ermitteln. Auch die Frage, ob die Lebenssituation von Erkrankten mit Zuwanderungsgeschichte Besonderheiten aufzeigen, soll geklärt werden. Bis heute liegen zum Thema keine Erkenntnisse vor.

„Auf dem Weg zu einer demenzfreundlichen Stadt wollen wir in zwei Jahren einen großes Stück weiter sein“, resümiert Esser und Mitarbeiterin Beatrix Lenzen betont: „Das alles wird nicht ohne zivilgesellschaftliches Engagement zu schaffen sein, das wollen wir ausbauen“.

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