Jülich - Jülich kämpft für Klimaschutz

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Jülich kämpft für Klimaschutz

Von: ptj
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Alle Klima-Vertragspartner auf einen Blick. Foto: Jagodzinska
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Die angehenden Abiturienten Niclas Pracht (r.) und Tobias Hoehl vom Gymnasium Zitadelle referieren darüber, „warum Klimaschutz uns alle angeht“.

Jülich. Im Rahmen ihres neuen Projekts „Aktiv fürs Klima in Jülich“ unterzeichnete die Stadt Jülich gemeinsam mit ihren Bildungseinrichtungen eine Klimaschutzvereinbarung für die Dauer von drei Jahren. „Jeder ist gefragt zu handeln. Die Stadt Jülich tut es“, brachte Katja Hummert von der beauftragten Consulting-Firma Dr. Saumweber & Partner bei der „Kick-Off“-Veranstaltung im Rathaus sogleich auf den Punkt, worum es der Stadt geht: „Wir wollen die CO2-Emissionen bis 2030 halbieren.

Das Ziel ist nur erreichbar, wenn sich alle aktiv beteiligen“, betonte Bürgermeister Heinrich Stommel. Der Fokus liegt also auf der Sensibilisierung und Motivation zum Klimaschutz sowie einer nachhaltigen Veränderung des Nutzverhaltens. Die Kindertageseinrichtungen verpflichten sich im Projektzeitraum zur Benennung eines Klimabeauftragten, die Schulen zur Bestimmung eines Klima-Teams, in das auch Eltern eingebunden werden können. Kinder und Schüler werden integriert, beispielsweise als Klimadetektive.

Ferner erfolgt die Begehung der Einrichtungen durch einen erfahrenen Energie- und Umweltberater. Schulen und Kitas nehmen an Themen-Workshops teil und erstellen ein Klimaprogramm. Mindestens drei Maßnahmen zum Klimaschutz werden festgelegt und umgesetzt. Das Thema Klimaschutz wird in den Alltag der Einrichtungen eingebunden. Pädagogische Aktionen zu den Themen Heizen, Lüften, Strom und Licht werden umgesetzt, unter anderem in Energie-Entdeckungsreisen.

Ferner wird ein Klima-Check bearbeitet. Die Gebäudepflege und -unterhaltung erfolgt energieeffizient. Der Schulträger begleitet und unterstützt die Bildungseinrichtung zielgruppenspezifisch durch Fachworkshops, Vor-Ort-Beratung durch Experten und die Umsetzung energieeffizienter Maßnahmen. Hierzu zählt auch die Bereitstellung von Informationen, Energieverbrauchsdaten, Hilfsmaterialien und die Ermittlung der jährlichen Energie- und CO2-Einsparungen.

Ein Aktivitätsbonus winkt

Erfüllt die Einrichtung ihre Pflichten, wird sie mit Energiespar- und Aktivitätsbonus honoriert. Bei hundertprozentiger Erreichung erhält eine weiterführende Schule bis zu 1000 Euro, eine Grundschule bis 600 Euro, eine Kita bis 300 Euro. Ermittler der Energieverbrauchs- und Kosteneinsparungen ist das Hochbauamt als Energiemanagement der Stadt Jülich. Die Bildungseinrichtung erhält insgesamt 25 Prozent der erzielten Energiekosteneinsparungen auf der Grundlage des Energiepreises von 2011.

Das fertiggestellte Klimaschutzkonzept der Stadt Jülich mit rund 50 Einzelmaßnahmen in sechs Handlungsfeldern stellte Ralf Weber, Adaption Energiesysteme AG, vor. Hierzu nannte er einige Daten: Die CO2-Emissionen in Jülich betragen zirka 300 000 Tonnen pro Jahr, das macht umgerechnet neun Tonnen pro Kopf.

Der Löwenanteil von 37 Prozent entsteht im Verkehr, 34 Prozent in den Haushalten, 28 Prozent in der Wirtschaft. Kommunale Gebäude machen nur zwei Prozent aus. „Die privaten Haushalte bieten einen wesentlichen Ansatz für Klimaschutzmaßnahmen“, folgerte Weber. Klimaschutzziel für Jülich ist die CO2-Einsparung um 16 Prozent bis 2020 und um weitere 34 Prozent bis 2030.

Im Projektzeitraum der nächsten drei Jahre werden gemeinsam acht Prozent eingespart. Als „Highlight“ benannte Weber im Bereich Nahwärme und Kraft-Wärme-Kopplung das Energiekonzept „alte Fachhochschule“ und die Nahwärmeversorgung Schwimmzentrum/altes Hallenbad.

Einfallsreich und überzeugend

„Warum Klimaschutz uns alle angeht“, dazu hatten sich Niclas Pracht und Tobias Hoehl aus dem Abiturjahrgang des Gymnasiums Zitadelle Gedanken gemacht und zeigten sich dabei sehr einfallsreich und überzeugend. „Wir haben ja schon Folgen des Klimawandels, wir sind dazu verpflichtet“, betonten sie. Was können wir tun? Als Beispiele nannten sie eine strengere Mülltrennung, Stoßlüften, den Einsatz von Energiesparlampen, Regulierung der Temperatur und die Nutzung von Bus und Bahn mit dem NRW-Ticket.

Konkret in der Schule gelte es, ein kritisches Bewusstsein zu schaffen, Unterrichtskonzepte zu entwickeln, Diskussionen in Gang zu setzen und das Thema in die Familien zu transportieren. Sie nannten die notwendige Vorbildfunkton in ökonomischer und ökologischer Hinsicht.

Initiatorin des Jülicher Projektes ist Dezernentin Katarina Esser (Dezernat 5). Nachdem die Stadt bereits „erhebliche Summen“ in Gebäudesanierungen gesteckt habe, ermutigte sie nun dazu, „Strukturen zu schaffen, dass Energie und Klimaschutz dauerhaft ein Thema in ihren Einrichtungen bleiben“.

Zum Schluss gab Hummert Einblicke in den Workshop-Plan der Projektgruppen, Inhalte der Vor-Ort-Beratung, in Informations- und Arbeitsmaterial wie Klima-Handbücher und Energiesparkisten und inhaltliche Schritte zur langfristigen Verankerung.

Kinder und Schüler im Fokus

Wichtig sei die Beteiligung möglichst aller Gruppen: Im Mittelpunkt stehen Kinder und Schüler. Um sie herum gruppieren sich Lehrpersonal, Erzieher, Schulträger, Technikverantwortliche, Reinigungspersonal, Eltern, Sportvereine, das Immobilienmanagement und weitere Nutzer der Schule.

Weitere Informationen sind auf der Internetseite www.juelich.de/aktivfuersklima zu finden.

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