Jüdische Gedenktafel abgerissen

Von: zts
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Fassungslos stehen Bürgermeis
Fassungslos stehen Bürgermeister Tertel und Hauseigentümer Eberhard Jansen vor der leeren Markierung, wo einmal die Gedenktafel an ein Bethaus der jüdischen Gemeinde in Aldenhoven erinnerte. Foto: Zantis

Aldenhoven. Empörung und Entsetzen in Aldenhoven: Die erst im Oktober angebrachte Plakette zur Erinnerung an ein jüdisches Bethaus in der Alten Turmstraße am Haus Nr. 43 wurde in der Nacht zu Mittwoch brutal aus der Hausfront gerissen.

Bereits am Montag war die Tafel mit einem Wahlplakat überklebt worden. Mühsam hatten das Ehepaar Jansen und ihre Tochter die mit Spezialklebstoff angebrachte Werbung entfernt.

Das nun die mit acht Dübeln verankerte Bronzetafel aus ihrer Verankerung herausgerissen wurde, war für die Familie ein Schock. Entrüstet äußerte sich auch Bürgermeister Lothar Tertel nach der frevelhaften Tat: „Welche Randale-Brüder vergreifen sich ausgerechnet am kleinsten Objekt einer jüdischen Gedenkstätte in Aldenhoven?”, fragte Tertel besorgt. „Wir werden unverzüglich namens der Gemeinde Anzeige gegen Unbekannt einreichen!”

Auch Günther Schorn, der sich mit der Aldenhovener Geschichtswerkstatt als Impulsgeber für die Gedenktafel eingesetzt hatte, reagierte mit Entrüstung auf die unselige Tat: „Ich will den Banden kein Wort gönnen und werde mich auf jeden Fall um eine neue Tafel bemühen!”

Intensive Nachforschungen hatten auch mit Hilfe des Jülicher Heimatforschers Willi Dovern den Hinweis auf das ehemalige Bethaus in Aldenhoven erbracht. Sogar eine Regenwasser-Mikwe und eine Laubhütte wurden in dem Haus nachgewiesen. Damit ist klar, dass hier ein religiöses Zentrum einer jüdischen Gemeinde angesiedelt war.

Natürlich ergab sich auch ein weiterer Nachweis für den Bestand der Betstätte aus Gesprächen mit dem Ehepaar Jansen mit der Geschichtswerkstatt. Danach hatte der Großvater von Elisabeth Jansen geb. Kupper das Haus von der Jüdin Eva Feiber erworben. Die umfangreichen Nachforschungen der Hobby-Historiker wurden auch vom Institut für Landeskunde in Bonn gewürdigt.
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