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„JuDocs“ treiben wissenschaftlichen Fortschritt voran

Von: ptj
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Alle 37 „JuDocs“ mit den drei Exzellenzpreisträgern. Foto: Jagodzinska

Jülich. „Die Forschung wird vor allem von jungen Leuten gemacht. Wir tun alles, dass Sie sich wohlfühlen“. Das betonte Prof. Achim Bachem, Vorstandsvorsitzender des Jülicher Forschungszentrums (FZJ), in seiner Begrüßung zum Festprogramm, in dessen Verlauf 37 Jülicher Doktoranden unter dem Titel „JuDocs 2013 – Karriere made in Jülich“ offiziell geehrt und verabschiedet wurden.

Drei unter ihnen werden sich besonders wohl gefühlt haben. Sie zählen zu den fünf Prozent der besten Nachwuchswissenschaftler in ihrer Disziplin und lieferten entscheidende Impulse. Dafür wurden sie mit dem mit jeweils 5000 Euro dotierten Exzellenzpreis ausgezeichnet.

Wie Moderator Armin Himmelrath betonte, lobt das Forschungszentrum keineswegs jedes Jahr diesen Preis aus. Preisträger ist zunächst der 28-jährige süditalienische Physiker Dr. Guiseppe Mercurio, der am Peter Grünberg-Institut mit Röntgenstrahlen die Geometrie von Molekülen untersuchte. Dabei fand er heraus, dass durch die Adsorption (Anlagerung) von reaktiven Atomen die Bindung zwischen Molekülen und Metalloberflächen selektiv verändert wird und neue Nanostrukturen aufgebaut werden können. Ferner vermaß der Exzellenzpreisträger, der bereits im vergangenen Jahr in Grenoble mit dem Max Auwärter-Preis geehrt wurde, die gesamte detaillierte Geometrie von Molekülen und lieferte so weitere Grundsatzerkenntnisse für Theorie, Praxis und Wissenschaft. Die Laudatio sprach Prof. Stefan Tautz.

Zweiter Preisträger ist der 33-jährige Dr. Felix Plöger, sein Laudator war Prof. Martin Riese. Plöger analysierte am Institut für Energie- und Klimaforschung Transportmechanismen in der Atmosphäre, vor allem in der oberen Troposphäre und unteren Stratosphäre, und ihre Auswirkungen auf das weltweite Klima. Besonders konzentrierte er sich auf die asiatische Monsunzirkulation.

Während seiner Doktorarbeit untersuchte der Klimaforscher den Vertikaltransport von Luftmassen in Atmosphären- und Klimamodellen und vereinfachte ein hochkomplexes Computermodell in erheblichem Maße.

Protonen auf Zellmembran

Dritter Preisträger ist der 29-jährige chinesische Physiker Dr. Chao Zhang, die Laudatio formulierte Prof. Paolo Carloni in englischer Sprache. Zhang, ehemals am Institue for Advanced Simulations und in seinem Heimatland bereits mit einem Staatspreis ausgezeichnet, berechnete die Daten für den Jülicher Petaflop-Rechner „Jugene“. Jugene war 100 Tage lang damit beschäftigt, den Protonentransport auf einer Zellmembran nur für einige Billionstel-Sekunden zu simulieren. Damit wollte Zhang der Frage auf den Grund gehen, wie Protonen auf der Zellmembran wandern. Die simulierte Protonenwanderung des Jungwissenschaftlers unter Berücksichtigung quantenmechanischer Effekte war mit 2000 Atomen eine der größten in der Biophysik weltweit, hieß es.

Der Festabend stand ganz im Zeichen der Internationalität, äußerlich spürbar am Gleichgewicht deutscher und englischsprachiger Ausführungen.

Eine Talkrunde mit FZJ-Vorstandsmitglied Prof. Sebastian Schmidt, Prof. David DiVincenzo, Direktor des Peter Grünberg-Instituts, Prof. Aloys Krieg, Prorektor für Lehre der RWTH Aachen, und Dr. Marisol Ripoll, Nachwuchsgruppenleiterin im Institute of Complex Systems im FZJ, führte ins Thema ein. Fazit: „Internationale Zusammenarbeit ist ein Muss“ im Jülicher Leitbild. Die Jülich Aachen Research Alliance „Jara“ mit FZJ und RWTH wurde als Beispiel für eine erfolgreiche Kooperation der beiden Einrichtungen auf international höchstem Niveau genannt. Hier werde die programmative und interdisziplinäre Forschung zusammengeführt.

Mit ihrer alternativen Festrede gelang es den frisch gebackenen Doktorinnen Carole Babelot und Svenja Ebert im lockeren Dialog mit einer Prise Humor vorzüglich, dem Publikum im voll besetzten Seecasino die Vorzüge einer Doktorandenzeit in Jülich näher zu bringen. Das Zwiegespräch führte von ersten Kontakten über die „hervorragende technische Ausstattung“ bis hin zur Graduiertenschule und zum Studium Universale.

Beim Thema Internationalität sei „die Gastfreundschaft vielleicht ein Punkt, den wir annehmen sollten“, stellt Dr. Svenja Ebert fest, angeregt durch einen indischen Instituskollegen.

Im vergangenen Jahr wurden in Jülich insgesamt 828 Doktorandinnen und Doktoranden betreut, fast ein Drittel von ihnen kam aus dem Ausland, vor allem aus China, Russland und Indien. 2012 zählte das FZJ 860 Gastwissenschaftler aus 40 Ländern. „Das Forschungszentrum Jülich vernetzt sich immer stärker mit Partnern in aller Welt. Es bietet Nachwuchswissenschaftlern beste Voraussetzungen für den Start in eine wissenschaftliche Karriere“, hob Prof. Achim Bachem hervor.

Nach Auszeichnung und Urkundenverteilung tauschten sich die frisch gebackenen Doktoren beim „Get-together“ mit ihren Gästen am reich bestückten Büffet aus. Das musikalische Rahmenprogramm gestaltete die Kölner Live-Improvisationsband „Deephonia“.

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