„Jeder Dritte bei uns hat eine Meise“

Von: spl
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Der „Neurosenkavalier“ wird einstudiert: Noch sind Claudia Carrera (Evelyn Wirtz) und Jürgen Appelhans (Peer Kling, r) nicht überzeugt von Bollmanns (Andreas Hardt) psychotherapeutischen Künsten. Foto: Plahm

Jülich. „Jeder Dritte bei uns hat ‚ne Meise. Das muss man sich mal vorstellen - jeder Dritte!“, stellt Felix Bollmann alias Doktor de Witt erstaunt fest. Eigentlich sollte er sich als Nervenarzt damit ohnehin schon bestens auskennen – sollte.

Doch Bollmann ist eigentlich ein polizeilich gesuchter Warenhausdieb, der mehr oder weniger unfreiwillig und nach einigen Semestern Tiermedizin für den Arzt Doktor de Witt gehalten wird.

Er ist ein Ganove mit Herz und einem gewaltigen Schlitzohr. Er ist das, was man nur sehr selten findet: ein ehrlicher Schuft. Wie lange Bollmann als „Seelenklempner“ praktizieren kann, wird im April die Bühne 80 zeigen. Die Jülicher Theatergruppe führt die Psycho-Komödie „Der Neurosenkavalier“ von Gunther Beth und Alan Cooper auf und steckt schon mitten in den Proben.

Therapeutische Triumphe

Erst ist es chaotisch, dann wird es neurotisch: Nach anfänglicher Verwirrung geht Bollmann (Andreas Hardt) in seiner Rolle als Nervenarzt auf, und man glaubt es kaum: Auf die therapiebedürftige Kundschaft losgelassen, erweist sich der Ganove als echtes Naturtalent. Über Depressionen, Neurosen und Psychosen feiert er therapeutische Triumphe. Denn er nutzt die Heilkraft der Mit-Menschlichkeit.

So nimmt er sich der frustrierten Bestsellerautorin Claudia Carrera (Evelyn Wirtz), der vollkommen kleptomanischen Witwe Sybille Bast (Hannah Biener) und des wahn-witzigen Finanzbeamten Jürgen Appelhans (Peer Kling) an.

Bollmanns wundersame Methoden sorgen schon in den Proben für den ein oder anderen Schmunzler. Da muss Regisseur Bert Voiss schon hin und wieder für Ruhe sorgen. Besonders viele Lacher dürfte wohl auch bei den Aufführungen Henning Achenbach auf seiner Seite haben.

Als Kommissar Maiwald wird er über die scheinbar unlösbare Aufgabe, den Warenhausdieb zu fassen, kurz vor seiner Rente noch depressiv. Und an wen wendet er sich? Ausgerechnet an den Dieb Bollmann selbst. Als Doktor de Witt versucht er, den in Selbstmitleid versinkenden Kommissar aufzubauen. Ein Drahtseilakt – schließlich kann es ihm ganz recht sein, wenn Kommissar Maiwald bei einem seiner letzten Fälle versagt. Als dann noch der echte Doktor de Witt (Andreas Kupka) auftaucht, ist das Chaos perfekt und nicht nur Sprechstundenhilfe Frau Engel (Claudia Cormann-Wiersch) verwirrt.

Erfolgreiches Stück

Das erfolgreichste deutsche Boulevardstück der letzten zwei Jahrzehnte, das inzwischen weit über 6000 Aufführungen in sieben Ländern zu verbuchen hat, wird am Samstag, 20. April, Sonntag, 21., Freitag, 26., und Samstag, 27. April, in der Jülicher Stadthalle von der traditionsreichen Jülicher Theatergruppe aufgeführt. Weitere Info: www.buehne80.de.

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