Jülich - Jede Menge Erfahrung und reichlich Zeit

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Jede Menge Erfahrung und reichlich Zeit

Von: Pia Wilbrandt
Letzte Aktualisierung:
Klaus Fischer (l.) kann sich a
Klaus Fischer (l.) kann sich auf den schnellen Helfer vom Seniorenreparaturdienst verlassen. Theo Granderath kriegt die kleine Sanitärinstallation sauber hin. Foto: Wilbrandt

Jülich. Wenn kleinere Reparaturen im Haushalt von Klaus Fischer anfallen, fragt er normalerweise seinen Nachbarn um Hilfe. Doch der erlitt eine schwere Krankheit, ein Krankenhausaufenthalt folgte.

„Die meisten Sachen kann ich aber gar nicht alleine machen”, sagt Klaus Fischer und hat sich jetzt das erste Mal an den Seniorenreparaturdienst gewendet. Der Wasserhahn in der Küche bereitet ihm Kummer. „Der Hebelmechanismus funktioniert nicht”, sagt der 64-Jährige. Außerdem läuft Wasser aus. „Ich bin ja mal gespannt, wer kommt.”

Für diese Aufgabe kommen insgesamt zwölf Handwerker des Seniorenreparaturdienstes in Frage. Zwei davon sind Theo Granderath, gelernter Gas- und Wasserinstallateur, und Walter Kohnert, Starkstromelektriker. Beide sind Allround-Talente: Leuchtmittel austauschen, Wasserhähne abdichten, lose Holzteile leimen, Bilder aufhängen, defekte Türschlösser austauschen - alles ist im Handwerker-Repertoire enthalten.

Die Mitglieder des Seniorenreparaturdienstes übernehmen auch kleinere Näharbeiten oder stellen sich als Begleitung für Spaziergänge und Einkäufe oder als Fahrer zur Verfügung. Otti Schöngens ist eine der elf Frauen, die solche Aufgaben übernimmt. „Ziel ist es, dass Senioren in ihren eigenen vier Wänden so lange wie möglich selbstständig leben können”, sagt Elisabeth Fasel-Rüdebusch vom Amt für Familie, Generation und Integration.

Für regelmäßige Abmachungen, die wöchentlich eingehalten werden müssen, reichen die Kapazitäten allerdings nicht aus. „Deswegen muss man jede Anfrage neu stellen.” Auch aufwändige Aufträge können nicht angenommen werden. „Mich hat mal jemand gefragt, ob ich einen Teich im Garten anlegen kann”, erzählt Theo Granderath. „Das ist so ein Beispiel, wo der Auftrag den Rahmen der Kleinstreparatur sprengt”, sagt Elisabeth Fasel-Rüdebusch. „Wir verweisen dann auf die Fachmänner der ansässigen Firmen.”

Erleichternd

Werkzeug bringen die Senioren meistens selbst aus ihrem privaten Bestand mit. „Aber seit neuestem haben wir einen zentralen Ort bei der Feuerwehr, wo wir unsere Werkzeuge und viele Materialien deponieren können. Das erleichtert die Arbeit ungemein”, sagt Walter Kohnert.

Die Helfer führen die Aufträge kostenlos aus. Nur anfallende Fahrtkosten von 30 Cent pro Kilometer oder eventuelle Materialkosten übernimmt der Auftraggeber. Beim Auftrag von Klaus Fischer hat der Handwerker es aber nicht weit, denn beide wohnen in Koslar. „Ach, wir kennen uns doch”, sagt Klaus Fischer, als er die Haustür öffnet und Theo Granderath davor steht. „Er war lange Hausmeister in der Schule hier, und sein Bruder wohnt direkt gegenüber.” Über die unsere hat der 64-Jährige vom Seniorenreparaturdienst erfahren und erklärt nun kurz, wo das Problem liegt. „Ein Bekannter hat mir schon gesagt, dass da wahrscheinlich nicht viel zu machen ist. Ich hab deswegen schon mal nen neuen Wasserhahn gekauft.”

Beherzt räumt Theo Granderath die Mülleimer unter der Spüle weg, kriecht darunter und beginnt eine Schraube zu lösen. „Jetzt bekomm ich ein Problem: Die Schraube sitzt fest.” Da helfe nichts und niemand; „Nur beten”, scherzt Klaus Fischer. Also wird der Wasserhahn kurzerhand von oben abgebaut. Der Wasserhahn ist weg, die Schläuche lassen sich nur schwer durch das eigentlich viel zu kleine Loch in der Spüle ziehen. Das Loch muss also größer werden. Auch das ist kein Problem für den rüstigen Rentner. Am Ende kommt ein zufriedener Klaus Fischer zu folgendem Ergebnis: „Hahn geht wie Butter, Griff geht wie Butter” - alles in Butter also. Eine Spende von für die Kaffeekasse gibt es dann auch noch. Davon können Dübel oder Schrauben gekauft werden.

So erreicht man den Seniorenreparaturdienst

Der Seniorenreparaturdienst ist immer mittwochs von 10 bis 11 Uhr unter ? 02461/63411 oder persönlich im Amt 56 im Neuen Rathaus in Jülich am Schwanenteich zu erreichen.

Außerhalb dieser Zeiten können Schadensmeldungen per E-mail an seniorenreparaturdienst@juelich.eu oder per Fax an 02461/63362 geschickt werden.

Vor kurzem wurde ein Handy angeschafft. Auf dem Anrufbeantworter können Nachrichten unter ? 0162/8913887 hinterlassen werden.

Senioren, die ebenfallsgerne aushelfen wollen, melden sich bei Elisabeth Fasel-Rüdebusch unter 02461/63411, Email: EFasel@Juelich.de oder bei Katharina Esser, 02461/63236, Email: KEsser@Juelich.de .

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