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„Jamaika” in Jülich ist gescheitert

Von: Volker Uerlings
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Stehen nicht mehr in einer Linie: Die Spitzen von Grünen, CDU und FDP haben die „Jamaika”-Kooperation beendet. Foto: Uerlings

Jülich. Die Gestaltung eines Finanzplans ist in der Kommunalpolitik eine vornehme Aufgabe, selbst wenn das Geld hinten und vorn nicht reicht. Auf diese Möglichkeit hat die Jülicher „Jamaika”-Kooperation vor zwei Wochen verzichtet, denn CDU, Grüne und FDP stimmten keineswegs einmütig ab, sondern wild durcheinander.

Dieses Bild im Stadtrat hatte Symbolcharakter, denn es verdeutlichte, dass der Versuch einer Zusammenarbeit dieser drei Parteien in der Herzogstadt gescheitert ist. Am Donnerstagabend wiederholte sich das beim Thema Jugendgästehaus auf der Ratssondersitzung. Dabei sickerte auch durch: Jamaika ist vorbei.

Das haben nach Informationen unserer Zeitung die Spitzen der drei Fraktionen vor Tagen einvernehmlich beschlossen - und auch ohne Groll. Menschlich habe „Jamaika” gut „gepasst”, wurden Beteiligte nicht müde zu behaupten. Aber inhaltlich galt das keinesfalls. Die Erhöhung der Kommunalsteuern war ein rotes Tuch für die FDP. Der Haushalt sah unter anderem Gelder für das Jugendgästehaus vor - da spielten die Grünen mehrheitlich nicht mit.

Das Projekt am Brückenkopf-Park gab der Kooperation letztlich den Rest. Art und Weise der Planung, Information und Finanzierung passte Bündnis 90/Grünen gar nicht in den Kram. Sie sprachen als Erste aus, was wohl alle dachten: Lieber ein Ende mit Schrecken. Es ist kein Geheimnis, dass eine weitere Sollbruchstelle das Schwimmzentrum geworden wäre.

Die Spitze der Union hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass sie Gästehaus und Schwimmzentrum für einen wichtigen Schritt in der Jülicher Entwicklung hält. Jetzt sind die Beteiligten des Trios, das nur selten wirklich gestalten konnte, wieder vollkommen frei in ihren Entscheidungen.

Auf der Habenseite kann „Jamaika” unter anderem die von allen befürworteten Investitionen in Sanierung und Neubau am Schulzentrum und die strategische Entscheidung für ein Stadtmarketing in den Händen der Verwaltung verbuchen. Dem Vernehmen nach schließen die drei Ex-Partner punktuelle Kooperationen auf Sachebene nicht aus.

Nun bleibt abzuwarten, ob und wie die bisherige Opposition reagiert. Rechnerisch hätten zum Beispiel Jül, SPD und Grüne eine Mehrheit. Aber auch für eine Koalition der größeren Kräfte - also CDU/SPD und CDU/Jül - würde es immer reichen, wenn gewollt.
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