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Jackerath: Fliegerbombe nach Verzögerung gesprengt

Von: Günter Jagodzinska, Udo Kals und Antonius Wolters
Letzte Aktualisierung:
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Das Autobahnkreuz Jackerath wurde vor der Sprengung für den Verkehr gesperrt. Foto: Günter Jagodzinska

Titz. Gegen 17.30 Uhr lief Mittwochabend nichts mehr. Zumindest auf den Autobahnen rund um das Kreuz Jackerath. Zuvor war bei Arbeiten eine Fliegerbombe entdeckt und für 18 Uhr die Sprengung angesetzt worden.

Doch während die Autobahnen 44 und 61 komplett gesperrt und weiträumige Umleitungen eingerichtet wurden, musste Sprengmeister Dieter Daeneke vom Kampfmittelräumdienst Kerpen bis 19.05 Uhr auf das Signal warten, die Fünf-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg per Fernsprengung zünden zu können. Der Grund: Die Evakuierung von rund 800 Menschen aus den beiden Ortschaften Titz-Jackerath und -Mündt sowie aus einigen abseits gelegenen Gehöften gestaltete sich schwieriger als geplant.

Denn viele Menschen nutzten nicht die bereitgestellten Busse, sondern verließen in ihren eigenen Autos ihre Dörfer. Somit war eine Personenerfassung nicht so einfach möglich. Und so geriet der am Mittwoch vom Krisenstab ad hoc aufgestellte Zeitplan ein wenig in Schieflage. Doch nach wenigen Stunden war der Spuk vorbei, um 20.30 Uhr war auch der letzte Autobahnmeter wieder freigegeben.

Entdeckt worden war der Blindgänger bei Arbeiten im Rahmen der Verlegung der Autobahnen 44 und 61 im Jackerather Autobahnkreuz. Für den wandernden Tagebau Garzweiler müssen die Bahnen weichen. Und beim Aushub für eine neue Trasse wurde das Relikt aus dem Zweiten Weltkrieg rechtzeitig entdeckt. Denn es handelt sich bei dem Fund um eine Fünf-Zentner-Fliegerbombe amerikanischen Typs, die über einen selten verwendeten Langzeitzünder verfügt, der extrem kompliziert und gefährlich ist, wie Kampfmittelexperte Daeneke sagte.

So explodierte dieser Bombentyp vor zwei Jahren in Göttingen beim Entschärfungsversuch. Drei Menschen wurden getötet, mehrere schwer verletzt. Um kein Risiko einzugehen, entschieden die Verantwortlichen daher, wegen der enormen Metallsplitterstreuung in einem Umkreis von zwei Kilometern zu evakuieren.

„Wenn eine Bombe 500 Meter von der Autobahn entfernt gefunden wird, dann wollen wir nichts dem Zufall überlassen”, sagte Bernd Löchter, Sprecher des Landesbetriebs Straßen.NRW und hoffte zugleich auf Verständnis bei den Betroffenen. Denn die kurzfristige Sperrung traf am Mittwoch im dichten Berufsverkehr zigtausend Autofahrer.
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