Italiens Universalgenie in Jülich

Von: ptj
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Alles über den Architekten Lenardo Da Vinci: Christiane Hoffmann präsentierte vor dem Förderverein Festung Zitadelle und dessen Vorsitzenden Conrad Doose unter anderem den Entwurf einer Schwenkbrücke. Foto: Jagodzinska

Jülich. Über „Leonardo da Vinci und die Ausläufer der Hochrenaissance” hat die Kunsthistorikerin Christiane Hoffmann aus Rheda-Wiedenbrück auf Einladung des Fördervereins Festung Zitadelle mehr als ausführlich referiert.

Die Verbindung hatte Fördervereinsmitglied Dieter Kielhorn anlässlich einer da Vinci-Ausstellung” in Kempen geknüpft. „In der Hochrenaissance von 1500 bis 1520 wurde die Welt mit Vernunft und Erfahrung definiert. Sie liegt in einer Zeit des Wandels, gefördert durch eine Reihe genialer Menschen, Leonardo war einer davon”, führte dieser ins Thema ein.

St. Peter in Rom

„So unglaublich viel wesentlich Prägendes ist in dieser Zeit passiert”, startete Hoffmann in ihr kompliziertes Beziehungsgeflecht mit Fragen wie: Wer hat von wem partizipiert? Anhand der Pläne für den Neubau von St. Peter in Rom und der überlieferten Wolkenengel am Nordpilaster der Jülicher Schlosskapellenapside spüren Kunsthistoriker den Überlieferungsverläufen nach.

Hoffmann unterstrich das hohe Niveau des Jülicher Entwurfes und die enge Beziehung zum hochrenaissancezeitlichen Italien: der Zitadelle-Baumeister „Pasqualini kam ja nicht alleine nach Jülich, sondern in einer Kolonie”. Zudem ließ man „auch den anderen Meistern Platz”, wie ein Blick auf Raffaels „Schule von Athen” bewies. In antiker Gestalt finden sich hier da Vinci, Michaelangelo und Baumeister Bramante wieder.

Ferner funktioniert das „Ausbildungssystem” dieser Zeit durch Lernen der Gehilfen direkt beim Meister. So war schon für die Zeitgenossen die Einflussnahme da Vincis auf seinen Konkurrenten Michelangelo Buonarotti und den jüngsten der drei Meister, Raffael Sani, spürbar. Die Eigenständigkeit der Meister sicherte die Unverkennbarkeit ihrer Werke.

Zu den Sternstunden der europäischen Kunstgeschichte zählen die fruchtbaren Phasen zwischen 1504 und 1508 in Florenz und ihre gemeinsame Zeit in Rom.

Ihr Hauptaugenmerk richtete die Referentin auf das rätselhafte Leben des Universalgenies Leonardo da Vinci als Maler, Naturforscher und Bildhauer und seine Beziehung zu den Hochrenaissance-Zeitgenossen. Als Ältester dieses herausragenden italienischen Künstler-Trios wurde er 1452 in Vinci nahe Florenz als Kind aus einer unehelichen Liaison geboren. Anders als die beiden anderen war er nicht nur Künstler im weitesten Sinn: Aufgrund seiner Neugier und Beobachtungsgabe legte er den Grundstein zu neuzeitlicher Methodik und naturwissenschaftlicher Forschung.

Zeit seines Lebens an „kunstsinnigen” Höfen in Italien und Frankreich zu Gast, war er vor allem an Ideallösungen interessiert und entwickelte dabei „für Fragen eine Antwort, die seine Zeitgenossen damals noch gar nicht umtrieben”, wie Wegezähler oder Angriffstürme. Da Vinci hinterließ etliche handschriftliche Skizzen und Manuskripte, viele seiner Entwürfe sind erst im 20. und 21. Jahrhundert realisiert worden.

Seine Arbeitsweise war revolutionär. Er erforschte zum Beispiel die Quadratur des Kreises anhand aufgeblasener Hammeldärme.

Zudem sezierte er 30 Leichen kurz nach ihrem Ableben, um exakte anatomische Zeichnungen anfertigen zu können. Das Universalgenie wird auch Thema beim Stadtfest im Juni unter dem Motto „Das italienische Jülich” sein.
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