Investor plant Freizeitpark auf der Merscher Höhe

Von: Volker Uerlings
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Die Masten der Rundfunksendeanlage auf der Merscher Höhe sind ein Erkennungszeichen: Mehr als drei sollen aber nicht stehen bleiben, wenn dort ein Freizeit- und Camping-Park entsteht. Foto: Jagodzinska

Jülich. Herbert Bollmann ist der Kopf einer Investorengruppe aus dem Ruhrgebiet und hat sich in ein „Stück Jülich” verguckt. Der Mann aus Essen stellte sich im Planungsausschuss als „begeisterter Camper” vor, der das Gelände der Rundfunksendeanlage auf der Merscher Höhe erwerben will, um dort eine große touristische Einrichtung zu realisieren: einen Freizeit- und Campingpark samt Hotel.

Von dem Y-förmigen Gelände mit den vielen Masten wurden gut 60 Jahre lang Radiosendungen über Kurzwelle ausgestrahlt. Der Komplex gehört heute einem britischen Sender, der verkaufen will. So ist es in der Vorlage der Verwaltung zu lesen.

Der Sprecher des möglichen Investors geriet ins Schwärmen, weil es sich um eine „besondere, einzigartige” Fläche handele. Der parkähnliche Baumbestand „hat es Herrn Bollmann angetan”, zumal die Infrastruktur (Wege, Gebäude) prima in Schuss sei. Die wolle man nutzen.

Und wozu? „Um eine touristische Attraktion zu schaffen”, erklärte der Sprecher, die Vorhandenes wie den Brückenkopf-Park oder die Zitadelle ergänze, den Jülicher Einzelhandel belebe, zusätzliche Arbeitsplätze schaffe. Und natürlich Rendite abwirft.

Ein Hotelbetrieb sei vorgesehen, eine Erlebnisgastronomie (im alten Sendesaal), ein Sport- und Spielangebot sowie ein „Premium-Campingplatz” nebst Ferienhäusern und Mobilheimen. Die Investoren zeigten einen Plan, der die verschiedenen Arme des „Y” und ihre Nutzung darstellt. Auch ein Badesee ist vorgesehen. All das wolle man in Abschnitten realisieren. Als Reminiszenz an die Sendeanlage will der Investor ein Rundfunkmuseum errichten und drei Masten stehen lassen.

Der Planungsausschuss nahm die Schilderungen interessiert zur Kenntnis, wertete sie aber nicht. Nun erfolge die „Meinungsbildung” in den Fraktionen, erklärte Vorsitzender Erich Gussen.

Dabei müssen die Kommunalpolitiker natürlich in Betracht ziehen, was in der Umgebung geplant ist (zum Beispiel ein Gewerbegebiet am Fuß der Merscher Höhe oder auch in der Nachbarschaft des neuen Fachhochschul-Campus). Zu prüfen ist auch, ob die Anlage das Jülicher Angebot wirklich ergänzt oder aber zu bestehenden Einrichtungen in Konkurrenz tritt.
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