Interaktive Wanderausstellung im Technologiezentrum

Von: ptj
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Projektleiterin Dr. Susann Beetz führt den Parlamentarischen Staatssekretär Thomas Rachel in thematische Hintergründe ein; in der Mitte TZJ-Geschäftsführer Carlo Aretz. Foto: Jagodzinska

Jülich. Die neuartige und interaktive Ausstellung „Ideen 2020 – ein Rundgang durch die Welt von morgen“ nach Ideen der Helmholtz-Gemeinschaft wurde am 13. März im Deutschen Bundestag in Berlin feierlich eröffnet. Sie wird nun zwei Jahre lang durch Deutschland wandern.

Mit der maßgeblichen Hilfe des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Thomas Rachel, erreichte das Jülicher Forschungszentrum, dass die Ausstellung von Berlin aus direkt an den Forschungsstandort Jülich wechselte.

Sie macht nun im Technologiezentrum (TZJ), dem „Vermittler zwischen Wissenschaft und Wirtschaft“ Station. „Seit Jahrtausenden streben wir nach neuen Ideen, die unsere Lebensqualität verbessern, Alltagsprobleme lösen und Wohlstand schaffen. Grundlagenforschung ist Zukunftsvorsorge“, betonte Rachel. Obwohl berühmte Erfinder wie Albert Einstein und Max Planck zu Lebenszeiten nicht wussten, welchen Nutzen ihre Entdeckungen haben werden, legten sie die Basis für den Laser, das GPS-basierte Navigationsgerät oder ultrapräzise Atomuhren.

Der bis heute unveränderte Auftrag der Wissenschaft lautet, „einen Beitrag zu einer lebenswerten Welt zu leisten“. Es gehe um Antworten auf Fragen wie: Wovon wollen wir leben? Wie sichern wir die Lebensgrundlagen künftiger Generationen? Woher kommt die Energie von morgen? Wie können wir bis ins hohe Alter gesund bleiben? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt von Forschung und Wissenschaft, daher also auch „im Mittelpunkt der Hightech-Strategie der Bundesregierung, an der sich diese bemerkenswerte Ausstellung orientiert“. Ziel dieser Hightech-Strategie mit ihren zehn Zukunftsprojekten sei es, Kräfte der Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zu bündeln, weil „Innovationen der Schlüssel zu mehr Wohlstand und Lebensqualität sind“.

Der Bund investiere trotz notwendiger Haushaltskonsolidierung „so viel wie niemals zuvor in Forschung und Entwicklung“, nämlich 13 Milliarden Euro im vergangenen Jahr. „Wir sind innovativ, exportstark und wir haben Arbeit, eigentlich eine ganz gute Ausgangsposition. Aber wir dürfen an dieser Stelle nicht stehen bleiben“, mahnte Rachel. Deshalb sei die Stärkung von Kooperationen von Hochschulen und Forschungseinrichtungen genauso wichtig wie der Dialog über Forschung und Innovation mit und in der Öffentlichkeit. Zu diesem Thema leiste die Ausstellung einen wichtigen Beitrag. Als Beispiel für Kooperationen nannte Rachel die Forschungsallianz „Jara“ zwischen dem Forschungszentrum Jülich und der RWTH Aachen.

Die Ausstellung besteht aus sieben Stelen, stellvertretend für sieben Herausforderungen. Zu jeder Themenstation gibt es nach Schätzung von Projektleiterin Dr. Susann Beetz 20 bis 30 Forschungsprojekte, durch deren Schaffensprozess sich der interessierte Betrachter mittels Multitouch-Bildschirm wie durch eine Bildergeschichte „durchwischen“ kann.

Die erste Stele zum Thema Energieeffizienz ist ein Eisblock aus Acryl. Hier geht es um Strom aus Abwärme, Strom ohne Widerstand oder Energiesparmaßnahmen mit Keramik oder beim Stahlguss. Der zweite Pfeiler stellt ein grünes Hochhaus in Form einer Zuckerschote dar. Thema ist die „Morgenstadt“ mit ihrer Ambivalenz zwischen Natur und Stadt, oder „wie unsere Städte morgen klimaneutral und energieeffizient werden können“. Dritter Grenzstein ist ein digitaler futuristischer Safe zum Internet der Zukunft mit sicheren Identitäten. „Bitte identifizieren Sie sich“, wird der Betrachter zum digitalen Fingerabdruck aufgefordert, um Einblicke in etliche Dateien zu erhaschen.

Die vierte Station besteht aus grün gefärbtem Wasser, das im Inneren einer futuristisch gestalteten Edelstahlplattenkonstruktion fießt. Sie verkörpert tatsächlich aktive Algen-Paneele, wie sie bereits Anwendung finden. Durch die Photosynthese tragen Algen so viel Energie in sich, dass sie damit eine Biogasanlage befeuern können. Es geht also um die Ressourcenschonung und die Nutzung nachwachsender Rohstoffe.

Stele Nr. 5 ist ein in ein stilisiertes Fabrikgemäuer eingelassenes Handydisplay. Nach Einführung der Roboter geht es in der „Industrie 4.0“ nun um die Verschmelzung „der realen Produktions- und Fabrikationswelt mit der virtuellen Informationswelt“, die die „deutsche Industrie aktiv mitgestalten kann“.

Gesellschaft im Wandel

Selbstbestimmtes Leben im Alter verspricht Obelisk Nr. 6 mit vier verschiebbaren Elementen vom Kopf bis zu den Füßen. Dieses Zukunftsprojekt entwickelt Antworten auf die Herausforderungen, die eine Gesellschaft im demografischen Wandel mit sich bringt. Stele Nr. 7 schließlich ist ein überdimensional großer Zuckerstreuer, der als Punchingball zum Zuschlagen auffordert. Nach dem Schlag leuchtet ein Kommentarfeld auf, etwa „Das geht besser“. Thema ist die Medizin der Zukunft, die Entstehung von Krankheiten und geeignete Vorbeugung. So liegt eine Impfung durch ein Nasenspray durchaus im Bereich des Möglichen.

Kurzum, die Ausstellung zeigt, „wie spannend Forschung ist“, wie es Professor Sebastian Schmidt in seiner Doppelfunktion als Vorstandsmitglied im Forschungszentrum und Geschäftsführer der Helmholtz-Gesellschaft betonte. Begeistert über die „Einbettung der Ausstellung ins Ambiente des TZJ, wo seit 20 Jahren Projekte umgesetzt werden“, zeigte sich Gastgeber Carlo Aretz.

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