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Integration ist wettbewerbsfähig

Von: hfs.
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Thomas Esser war mit seinen Mitarbeitern stolz, LVR-Sozialdezernentin Martina Hoffmann-Badache,ÊNRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann sowie Mdl-Josef Wirtz (v.r.) die neue Palettenfertigungsanlage zeigen zu können. Foto: hfs

Pier. Selbst war der Schreinermeister Thomas Esser einmal über 20 Jahre Leiter einer Werkstatt für behinderte Menschen. Im Jahre 2008 wagte er den Sprung in die Selbstständigkeit, gründete im Gewerbegebiet Inden-Pier einen holzverarbeitenden Betrieb, der sich auf die Herstellung von Holzverpackungen spezialisiert hat. Der beschäftigt insgesamt 16 Personen, die Hälfte davon sind Menschen mit Behinderung.

„Das ist Integration, wie ich sie mir vorstelle.” Dies sagte am Mittwoch NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann. Er stattete dem Betrieb „HolzTeam Esser” einen Besuch ab, wobei er gleichzeitig eine neue Palettenfertigungsanlage in Betrieb nahm.

„Menschen mit Handicap wollen zeigen, was sie können. Die Arbeit in einem privat-wirtschaftlichen Unternehmen bringt ihnen nicht nur Kontakt zu anderen Kollegen, sondern auch das Erfolgserlebnis, etwas Marktfähiges geschaffen zu haben”, lobte Laumann die Initiative von Thomas Esser, „denn sie belegt, dass soziales Engagement und betriebswirtschaftlicher Erfolg vereinbar sind.”

Die Gründung des Unternehmens im Jahre 2008 wurde vom NRW-Arbeits- und Sozialministerium mit 120.000 Euro aus dem Landesprogramm „Integration unternehmen” gefördert. Schon im Herbst 2009 wurde eine Erweiterung des Betriebs im Gewerbegebiet Inden-Pier notwendig. Dafür stellte das Ministerium weitere 40.000 Euro zur Verfügung. „Unter anderem zur Anschaffung der heute in Betrieb genommenen Palettenfertigungsanlage”, sagte Karl-Josef Laumann, der anschließend mit Interesse verfolgte, wie aus einzelnen Brettern schnell und präzise in Handarbeit spezielle Holzverpackungen entstehen.

Zwei Jahre nach der Gründung musste das junge „HolzTeam” erweitern, in den Hallen der ehemaligen Dürener Sargfabrik war Platz. Platz auch für 16 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte, die Kisten, Paletten, Gestelle und Sonderverpackungen aus Holz fertigen. Acht davon sind Männer mit Schwerbehinderung, zwei zusätzliche werden noch eingestellt. Dass er in seinem Unternehmen Menschen mit Behinderung integrieren wollte, war für Esser von Anfang an klar. „Aufgrund meiner langjährigen Erfahrung als Betriebsleiter einer Werkstatt wusste ich, wie leistungsfähig Menschen mit Behinderung sein können, wie schnell sie sich in einen Produktionsprozess einfügen können”, dankte Thomas Esser bei seiner Begrüßung dem Land NRW und dem Landschaftsverband Rheinland. Innerhalb von 14 Tagen hatte er den Förderungsbescheid in der Tasche.

Zusätzlich erhält das als Integrationsprojekt anerkannte Unternehmen - das erste im Kreise Düren - durch den LVR für insgesamt zehn Beschäftigte mit Handicap regelmäßige Personalkostenzuschüsse von 35.000 Euro jährlich. „Dieses Geld hätte jedes Unternehmen erhalten. Vorausgesetzt, es beschäftigt Menschen mit Behinderung”, lobte LVR-Sozialdezernentin Martina Hoffmann-Badache. Esser bedankte sich bei seiner „hochmotivierten Belegschaft, ohne die das Ganze nicht möglich geworden wäre”.
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