Jülich - Insolventer Urlaubsanbieter: Etliche Reisen storniert

Insolventer Urlaubsanbieter: Etliche Reisen storniert

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Reisebüro Jülich
Elfi Vendt (Bild) betreibt mit Henrike Schoenen das Reisebüro „Die Schatzinsel“ in Koslar. Immer noch wartet sie auf ihre Provision. Foto: Martinak
Reisebüro Jülich
Im Jülicher Reisebüro haben Inhaber Michael Robertz und seine Mitarbeiter direkt nach Alternativangeboten gesucht. Foto: Martinak

Jülich. Sommer, Sonne, Strand und Meer. Mehr wollte die Tetzer Familie Müller (Name und Wohnort von der Redaktion geändert) nicht. Endlich mal wieder ausspannen. Und so lagen die Müllers vor einem Monat total relaxt am Strand auf Mallorca und ließen sich die Sonne auf den Bauch scheinen.

„Als mein Handy klingelte, dachte ich erst: ‚Wer ruft mich denn bitte im Urlaub an?‘“, erinnert sich Frau Müller. Eine halbe Stunde später standen Mutter, Vater und die beiden Söhne in Schweiß gebadet an der Rezeption des Hotels und konnten es nicht fassen. Der Urlaub war hinüber. Schon morgen sollten sie nach Hause fliegen. Der Grund: Reiseveranstalter GTI, über den sie die Pauschalreise gebucht hatten, hatte am Abend zuvor Insolvenz angemeldet.

Der Insolvenzversicherer Tourvers/Hanse Merkur hatte inzwischen mit der Gesellschaft einen Krisenstab eingerichtet und war bereits dabei, Hunderte Touristen zurückzuholen, die vor allem in der Türkei und auf Mallorca gestrandet waren. „Die Kunden haben uns direkt angerufen. Von hier aus haben wir umgebucht, Flüge gesucht, mit dem Hotel gesprochen“, erklärt Michael Robertz, Inhaber des Jülicher Reisebüros Robertz. Zwar seien von „diesem Desaster“ nur fünf seiner Kunden betroffen gewesen, aber dennoch: Der Stress war vorprogrammiert.

Zuerst sei alles drunter und drüber gegangen – solange, bis klar war, wer sich letztendlich kümmert. An für sich sei danach aber alles gut gelaufen: Der Insolvenzversicherer versprach, sich der Sache anzunehmen, alle Kunden wurden sofort informiert, Unterlagen wurden zusammengestellt, Beratungstermine angeboten. In den Reisebüros vor Ort! Die Warteschleife am Servicetelefon war ellenlang!

„Viele waren überfordert“, sagt auch Elfi Vendt, die mit einer Freundin das Reisebüro „Die Schatzinsel“ in Koslar führt. Auch sie und ihre Kollegin sind nur mit einem blauen Auge davon gekommen. „Wir warten immer noch auf unsere Provision mancher verkaufter Reisen“, schimpft Vendt. Dabei handelt es sich immerhin um 14 Prozent der Buchungskosten.

In die Mappe, die dafür sorgen sollte, dass etliche Urlaubsbucher ihr Geld zurückbekommen, gehörten neben der Reisebestätigung und dem Versicherungsschein auch die Stornobestätigung, jedenfalls bei denen, „die Anfang Juli betroffen waren, die danach haben nie eine bekommen, weil es ja schließlich auch öffentlich wurde“, erklärt Robertz, und außerdem noch der Nachweis der geleisteten Zahlungen. „Bei denjenigen, die die Reisen über das Internet gebucht haben, sah das schon etwas schwieriger aus. Wir haben dennoch geholfen, wo wir konnten“, sagt der Chef des Jülicher Reisebüros.

Fakt sei: Kein Kunde werde das Geld in den nächsten Wochen zurückbekommen. „Das dauert Monate“, weiß Robertz aus Erfahrung. Erst müsse überprüft werden, ob der Sicherheitsfonds der Hanse Merkur ausreicht, und das passiert erst Ende des Jahres. Sollte das nicht der Fall sein, werden sich wohl die ohnehin schon deprimierten Bucher mit einer Teilrückzahlung zufrieden geben müssen.

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