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Infoveranstaltung im Rahmen der Herzwoche

Von: Kr.
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Gemeinsam begrüßten Dirk Offermanns (v.l.), Dr. Mario Meuser und Karl Hartmann von der AOK in Jülich die interessierten Zuhörer. Foto: Kròl

Jülich. Es war ein Thema, das den Menschen sichtlich am Herzen liegt. „Aus dem Takt: Herzrhythmusstörungen“, lautete der Titel der Infoveranstaltung, die das St. Elisabeth Krankenhaus Jülich mit der AOK Rheinland im Rahmen der bundesweiten Herzwochen organisiert hatte.

So groß war das Interesse, denn immerhin werden jährlich 400.000 Patienten mit Herzrhythmusstörungen im Krankenhaus behandelt, dass gleich zwei Veranstaltungen hintereinander angesetzt werden mussten. Außerdem wurde mit Dr. Mario Meuser ein Referent gewonnen, den die Bürger aus Jülich und der Region nicht nur als Oberarzt für innere Medizin im Jülicher Krankenhaus kennen, er unterhält dort zudem eine kardiologische Praxis.

„Herzrhythmusstörungen“, so erklärte der Kardiologe, „haben einen Anfang aber kein Ende. Sie gehen nicht weg. Sie können harmlos aber lästig sein, können aber auch lebensbedrohlich werden, und deshalb ist ein Besuch in einer Praxis unumgänglich“. Herzrhythmusstörung ist keine eigenständige Krankheit. Sie beruht, bis auf wenige Ausnahmen, auf Herzerkrankungen wie Fehler an der Herzklappe, Herzmuskelerkrankungen oder einer Schilddrüsenüberfunktion, Diabetes, Lungenerkrankungen, Störung der Elektrolyte können die Symptome hervorrufen.

Eine der häufigsten Ursachen bei Vorhofflimmern ist Bluthochdruck. Weiterhin können eine ungesunde Lebensweise mit zu viel Alkohol, Nicotin, Coffein, Schlafmangel, üppiges Essen und Stress das Herz aus dem Takt bringen. Über die Symptome wie Herzrasen, -stolpern, Kurzatmigkeit, Schwäche, Schwindelgefühle und Druckgefühle im Brustraum, berichtete Meuser.

Er erklärte diverse Diagnosemethoden, angefangen beim EKG, Langzeit-EKG, Schluck-Ultraschall oder die so genannten „Ereignisrekorder“, die unter der Haut implantiert auftretende Herzrhythmusstörungen langfristig aufzeichnen. Nicht zu spaßen sei vor allem mit Vorhofflimmern, das oft ohne Symptome bleibt, häufig aber zum Schlaganfall führe. „30.000 Schlaganfälle jährlich sind auf Vorhofflimmern zurückzuführen“, gab Meuser zu bedenken. Auch wenn er anfangs betont hatte, dass Herzrhythmusstörungen nicht heilbar seien, so sind sie doch heute gut zu behandeln.

Herzschrittmacher erfolgreich

Er stellte eine Reihe von Medikamenten vor, die unter anderem die Blutgerinnung hemmen und vor allem bei Vorhofflimmern zum Einsatz kommen. Auch der Einsatz von Herzschrittmachern bringe gute Erfolge und in einigen Fällen empfehle sich eine Katheterablation, die allerdings nur in Spezialkliniken ausgeführt werden kann. Implantierte Defibrillatoren sind eine weitere Möglichkeit.

Meuser erinnerte seine Zuhörer im Spiegelsaal des Krankenhauses allerdings auch daran, das man ruhig noch einmal sein Erste-Hilfe Wissen auffrischen solle. „Im Notfall sind lebensrettende Maßnahmen unabdingbar. Alles ist besser als nichts zu tun“, erklärte er und ermunterte die Anwesenden im Notfall zumindest eine Herzmassage durchzuführen. „Man kann so viel gar nicht verkehrt machen“, beruhigte er.

Er warb zudem für die Deutsche Herzstiftung und schloss mit den Worten: „Rhythmusstörung heißt auch, sich im hohen Maße in die Hände des Arztes zu begeben. Da ist viel Vertrauenssache“.

Zu Beginn hatten Dirk Offermanns, kaufmännischer Direktor des Krankenhauses, und Karl Hartmann, stellvertretender Geschäftsstellenleiter der AOK in Jülich, die Gäste begrüßt. Beide betonten, dass solche Veranstaltungen in erster Linie dazu dienen, zu sensibilisieren und den Blick öffnen. „Wir wollen Wegweiser aufzeigen und nicht den Besuch beim Arzt ersetzen“, sagten sie.

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