Jülich - In Jülich entsteht ein modernes Nanoelektronik-Labor

In Jülich entsteht ein modernes Nanoelektronik-Labor

Von: -vpu-
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Drei von der Baustelle: FZJ-Ch
Drei von der Baustelle: FZJ-Chef Achim Bachem (v.r.), Staatssekretär Thomas Rachel und Ministerialrat Karl-Heinz Krems bei der Grundsteinlegung für das Jülicher Nanoelektronik-Labor mit „Zeitkapsel”. Foto: Uerlings

Jülich. „Nano” ist unvorstellbar klein, kann aber Großes bewirken. Die Nanoelektronik hat unser Leben revolutioniert. Wer heute Musik- und Filmdateien auf dem Handy speichert, hätte dafür vor 30 Jahren ein Medium in Hallengröße benötigt.

Das Forschungszentrum Jülich (FZJ) - allen voran Nobelpreisträger Peter Grünberg - hat entscheidende Beiträge zur Erforschung der Kleinstdimensionen geliefert. Es geht aber höchstwahrscheinlich noch viel kleiner - und das will das FZJ mit Hochdruck in einem der modernsten Labore Europas erforschen. Freitagnachmittag wurde dafür der Grundstein gelegt.

Herzstück wird eine Reinraumfläche von 1000 Quadratmetern sein. Vom Reinraum waren die Vertreter des Bundes, des Landes, natürlich des Forschungszentrums und des Kooperationspartners RWTH Aachen auf einer Baustelle noch weit entfernt.

Da wo am Freitag noch mit Kelle, Mörtel und Sand am Rande der Baugrube gearbeitet wurde, entsteht ein Bereich, der später nur in Astronauten-Anzügen betreten werden darf. Kein Schmutz, keine Strahlung, keine Vibrationen - erwünscht ist quasi das Nichts.

Planer und Architekten sorgen mit einem bunkertauglichen Fundament dafür, dass der Boden nicht schwingt. Die Bodenplatte wird aus 1000 Kubikmetern Beton gegossen, die von 125 Mischfahrzeugen geliefert werden. „Am Liefertag sollten alle etwas früher zur Arbeit kommen”, empfahl der Architekt schmunzelnd.

Bei der Grundsteinlegung waren drei Männer am groben Gerät gefordert, die sonst eher die feingeistige Beschäftigung und das große Ganze am Schreibtisch im Auge haben: FZJ-Vorstandschef Professor Achim Bachem, der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesforschungsministerium, Thomas Rachel, und der Leitende Ministerialrat im NRW-Wissenschaftsministerium, Karl-Heinz Kreims. Sie füllten einerseits eine „Zeitkapsel”, die zum Beispiel ein Exemplar einer Jülicher Tageszeitung enthält, und mauerten den Metallbehälter ein.

Bund (90 Prozent) und Land (10 Prozent) übernehmen die Finanzierung der knapp 25,5 Millionen Euro, die über die Helmholtz-Gemeinschaft fließen. Etwa 11,7 Millionen Euro kosten die Gebäude, 13,8 Millionen Euro die wissenschaftlichen Anlagen und die Betriebstechnik.

In Jülich träumen viele Wissenschaftler und Mitarbeiter schon seit fast 20 Jahren von dieser neuen Einrichtung, die 2013 fertiggestellt sein wird. Das verdeutlichte Professor Stefan Tautz, geschäftsführender Direktor des Peter Grünberg Instituts. Die künftige Einrichtung in Jülich steht als „Plattform” auch Universitäten und Partnern aus der Industrie zur Verfügung.

Dabei spielt auch die enge Partnerschaft zwischen dem Jülicher Zentrum und der RWTH Aachen im Rahmen der „Jülich Aachen Research Alliance” (Jara) eine wichtige Rolle. Der deutsch-englischen Namensgebung unterliegt auch das neue Gebäude, das „Helmholtz Nanoelectronic Facility” (kurz: HNF) genannt wird. Hinter dem nicht sofort eingängigen Namen verbirgt sich denkbar Einfaches: ein großes Haus zur Erforschung der Winzigkeit.
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